research

Michael Stolz, Artes-liberales-Zyklen. Formationen des Wissens im Mittelalter. 2 Bde. 2004

Abstract

Daß der Umgang mit dem aus der Antike tradierten Fächerkanon der sieben freien Künste im Mittelalter einem fortwährenden Prozeß unterworfen war, den infolge unterschiedlicher Gebrauchskontexte und bildungsgeschichtlicher Veränderungen zahlreiche Transformationen und Anpassungen prägten, zeigt vorliegende Studie sehr deutlich, die im Jahr 2000 von der philosophisch-historischen Fakultät der Universität Bern als Habilitationsschrift angenommen wurde. Die jeweils spezifischen Darstellungen der zyklischen Ordnung der Artes in Text und Bild, die im Zentrum der Studie stehen, werden dabei als ‚Formationen des Wissens‘ aufgefaßt im Sinne "symbolische[r] Ausprägungen und Ordnungen des aus der Antike ererbten Kanons [...]" (S. 108). Hier klingt die Auffassung des Warburg-Kreises von der Bedeutung des Symbols für die Kultur gesellschaftlicher Gruppen als anthropologische Größe nach und konkreter noch Ernst Cassirers Verständnis ‚symbolischer Formen‘, eine Auffassung, die sich auch mit neueren anthropologischen Arbeiten (Geertz) verbinden läßt. Wissen, so der davon abgeleitete Ansatz von Stolz, kann "nur in einer Symbolsprache dargestellt und vermittelt werden - einer Symbolsprache, die von antiken Vorprägungen ausgeht und die den an ihr teilhabenden Gruppen ein Medium bietet, die fachwissenschaftlichen Inhalte zu be-greifen und sie überhaupt auszudrücken" (S. 109

    Similar works