'Jederzeit zu Diensten': Karl Ludwig Willdenows und Carl Sigismund Kunths Beiträge zur Pflanzengeographie Alexander von Humboldts

Abstract

In unserem Beitrag wollen wir am Beispiel der Pflanzengeographie auf zwei Aspekte Humboldt’scher Wissenschaftspraxis eingehen, die erst in den letzten Jahren in den Vordergrund der Historiographie gerückt sind. Erstens handelte es sich bei »Humboldt’scher Wissenschaft« um ein datenintensives Unternehmen, das papierbasierte Techniken der Zusammenführung, Verarbeitung und Visualisierung einer Vielzahl von Einzeltatsachen voraussetzte. Zweitens war dieses Unternehmen ein kollektives und arbeitsteiliges, das von komplizierten Absprachen über Zuarbeiten, Kooperationen und die Anerkennung geistigen Eigentums abhing.6 Dabei geht es uns nicht darum, die Bedeutung und Originalität Humboldts zu schmälern. Wenn wir uns im Folgenden mit Karl Ludwig Willdenows und Carl Sigismund Kunths Anteil an der Pflanzengeographie Humboldts befassen, dann interessiert uns vielmehr ein Aspekt der Entstehung eines neuen Wissenschaftlertypus, einer neuen »scientific persona«: des Kurators oder Kustos’, der bereit war, den Dienst an einem kollektiven Gesamtwerk über die eigene Autorschaft zu stellen

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