Mexican fossil ground sloths - A case study for Late Pleistocene megafaunal turnover in the Mexican Corridor

Abstract

Diese Dissertation ist Teil eines langjährigen deutsch-mexikanischen Forschungsprojektes über paläontologische und paläoanthropologische Funde aus den Unterwasserhöhlen im Bundesstaat Quintana Roo im Südosten Mexikos. Sie fasst dabei die Ergebnisse über spätpleistozäne Großsäuger, speziell Bodenfaultiere, zusammen. Zwei Arten der neuen Bodenfaultier-Gattung Xibalbaonyx werden im Untersuchungsgebiet neu beschrieben und in den Zeitraum des späten Pleistozän bis frühen Holozän datiert. Darüber hinaus wurden andere Lokalitäten im Nordosten, Westen und Zentralmexikos, sowie in Guatemala besucht und die fossilen Sammlungen der dortigen spätpleistozänen Megafauna dokumentiert und beschrieben, einschließlich einer dritten Art von Xibalbaonyx (X. microcaninus). Sammlungen aus dem Natural History Museum in New York und aus dem Museum of Natural History and University of Florida at Gainesville, USA, sowie die Sammlungen des Naturkundemuseums in Karlsruhe, Deutschland, dienten dem anatomischen Vergleich. Auf Grundlage der osteologischen Beschreibung und paläontologischen Aufarbeitung der assoziierten Fauna aus den Unterwasserhöhlen Quintana Roos wurden Einblicke in die Paläoökologie von Xibalbaonyx und anderen Bodenfaultieren gewonnen. Die funktionsmorphologische Analyse legt nahe, dass Xibalbaonyx oviceps in der Lage war, die steilen Hänge der Dolinen zu erklimmen. Xibalbaonyx nutzte die trockenen Höhlensysteme zur Suche nach Wasser, als Zufluchtsort und zur Aufzucht der Jungen. Angeborene Pathologien wurden wiederholt bei den Bodenfaultieren festgestellt, einschließlich asymmetrischer Wirbelkörper. Diese Pathologien deuten darauf hin, dass es in dem Untersuchungsgebiet zeitweise zu Inzucht kam und vermutlich schlechte Umweltbedingungen vorlagen. Eine neue Gattung und Art von Nabelschwein (Muknalia minima n. gen et sp.) und eine neue Art von Jaguar (Panthera balamoides sp. nov.) waren in Quintana Roo mit diesen Bodenfaultieren assoziiert. Die hohe Zahl an Endemismen in dieser einzigartigen Faunenvergesellschaftung belegen eine partielle paläogeographische und ökologische Isolation der Yukatan Halbinsel vom amerikanischen Kontinent und eine Verinselung des Untersuchungsgebietes. Diese Theorie wird auch durch anthropologische Untersuchungen untermauert, welche deutliche morphologische Unterschiede zwischen den ersten Jägern und Sammlern auf der Yukatan Halbinsel und anderen gleichaltrigen Populationen in Zentralmexiko belegen. Menschliche Interaktionen mit der Megafauna sind durch Schnittspuren und weitere Befunde an Knochen belegt und werden erstmals für die Region beschrieben. Die Klimaveränderungen am Pleistozän-Holozän Übergang könnten die Entwicklung von „Inselpopulationen“ in der nordöstlichen Yukatan-Halbinsel unterstützt haben, die durch die Karstlandschaft zwischen den einzelnen Karstdolinen (Cenotes) voneinander getrennt existierten. Diese kleinen untereinander isolierten Populationen von Bodenfaultieren, insbesondere der Familie der Megalonychidae, diversifizierten schnell, waren aber gegenüber Umweltveränderungen anfällig. Die hiervorgestellte vergleichende Auswertung taxonomischer Datensätze mit Literaturrecherche, Überarbeitung von Museumssammlungen, sowie Feldforschung liefert Hinweise auf das Aussterben der Bodenfaultiere auf der Yukatan Halbinsel zu Beginn des Holozäns

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