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Die Rekrutierung in den Lehrberuf: eine international-vergleichende Perspektive
Der Beitrag stellt die Indikatoren vor, welche die Rekrutierung in den Lehrberuf messen. Die Rekrutierung in den Lehrberuf wird für zwei Lehrerbildungssysteme – Singapur und Kirgisien – näher ausgeführt. Das singapurische System ist bekannt für die grosse Selektivität zum Zeitpunkt der Aufnahme in die Lehrerausbildung und für die hohe Übergangsrate in den Lehrberuf. Als Kontrast wird in diesem Beitrag das kirgisische System vorgestellt, das bereits zweimal den untersten Rang in einer PISA-Studie einnehmen musste. Der Lehrermangel in Kirgisien ist so eklatant, dass die Schulen allerlei Notmassnahmen ergreifen, um den Unterricht aufrechterhalten zu können. Diese Überlebensstrategien verdecken das wahre Ausmass des Lehrermangels und zeigen die beschränkte Gültigkeit von Lehrermangelstatistiken. Der Beitrag verweist auf «globale» bildungspolitische Massnahmen zur Aufhebung des Lehrermangels, die von internationalen Organisationen wie der OECD oder der Weltbank weltweit in Umlauf gesetzt werden. Insbesondere die Weltbank hat sich damit profiliert, dass sie einen starken Zusammenhang postuliert zwischen attraktiver Lehrerbesoldung sowie -laufbahnmodellen und einer wirksamen Rekrutierung in den Lehrberuf. Die Autorin postuliert, dass eine international-vergleichende Perspektive nützlich sein könnte für die gegenwärtige bildungspolitische Diskussion zum Thema Lehrermangel in der Schweiz.The study draws on indicators for recruitment into teaching and presents two teacher education systems: Singapore and Kyrgyzstan. The system in Singapore is known for being selective at the moment of admission into teacher education as well as for its high transition rate into the teaching profession at the end of teacher education. The education system of Kyrgyzstan scored in the last two PISA studies at the very bottom of the league table and therefore is in stark contrast to the system of Singapore. Teacher shortage in Kyrgyzstan is rampant and schools have to resort to various emergency measures to ensure that schools remain open. These kind of survival strategies, however, tend to conceal the real extent of teacher shortage and, thus, call into question the validity of official statistics on teacher shortage. This article also addresses the existence of «global» policies for combatting teacher shortage that international organizations such as OECD or the World Bank are disseminating around the globe. The World Bank, in particular, has postulated a close association between attractive teacher salary as well as attractive teacher career ladder and effective recruitment into teaching. The author suggests to adopt an international comparative perspective in the current policy discussion on teacher shortage in Switzerland
Wirksamkeit von Lehrerbildung - Biografiemanagement und Kompetenzentwicklung in der dreiphasigen Lehrerbildung
Ziel des Projekts war die Gewinnung von Datenbasen über eine Längsschnittstudie zu Studien- und Berufswahlmotiven, Studienerwartungen, Handlungsfeldvorstellungen, Kompetenzen und Selbstkonzept bei Lehramtsstudierenden. Darauf aufbauend wurden qualitative und quantitative Instrumente zur Überprüfung und gegebenenfalls Korrekturempfehlungen von Berufswahlentscheidungen, Beratungs- und Coachinginstrumente entwickelt sowie Kriterien für die organisatorische, hochschuldidaktische und inhaltliche Gestaltung der Lehrerbildung gewonnen
Berufsorientierung und Berufseinstieg von Mädchen in einen geteilten Arbeitsmarkt
Der vorliegende AMS report basiert auf einer Studie, die im Auftrag der Frauenabteilung des Arbeitsmarktservice Österreich (AMS) in einer Kooperation von den sozialwissenschaftlichen Instituten L&R Sozialforschung und öibf durchgeführt wurde. Ein wesentlicher Ausgangspunkt ist die seit Jahren nahezu unveränderte Situation am Lehrstellen- bzw. Arbeitsmarkt generell. Nach wie vor kann von einer gewaltigen Teilung des Arbeitsmarktes in sogenannte 'Männerberufe' und 'Frauenberufe' gesprochen werden
Phasenverbindung in der Lehrerbildung am Beispiel des Tandemseminars
Aus einer Kooperation der Universität Passau, vertreten durch den Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und -didaktik und der Regierung von Niederbayern, konnte ein phasenverbindendes Seminarangebot entwickelt werden, um Studentinnen und Studenten des Lehramts für Grundschulen einen frühzeitigen Einblick in ihr zukünftiges Berufsfeld zu ermöglichen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer absolvieren darin eine Praxiswoche, in der sie mit Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärtern zusammenarbeiten, diese in ihrem Alltag begleiten und am Studienseminar des Vorbereitungsdienstes teilnehmen. Im Sinne einer Vernetzung aus Theorie und Praxis findet eine Begleitveranstaltung an der Universität statt, die sich mit verschiedenen Professions- und Unterrichtstheorien beschäftigt. Auf Basis eines berufsbiographischen Professionsverständnisses soll damit eine Brücke zwischen den ersten beiden Ausbildungsphasen gelingen bzw. ein mögliches Beispiel für eine phasenverbindende Lehrerbildung aufgezeigt werden
Die akademische Abschlussarbeit in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung. Ein Gesellenstück?
Die Gründung der pädagogischen Hochschulen hat sowohl in Österreich als auch in der Schweiz die Frage nach der Rolle von Wissenschaft und Forschung in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung wiederbelebt. Erstaunlich wenig diskutiert wird in diesem Zusammenhang jedoch die Rolle von akademischen Abschlussarbeiten, –und dies, obwohl diese gemeinhin als «Gesellenstück eines Hochschulstudiums» gelten und den Anspruch haben, gleichermassen als Qualifikation zum Lehrberuf wie auch als Nachweis von Wissenschafts- und Forschungskompetenz zu dienen. Der Beitrag hinterfragt anhand einer Analyse hochschulinterner Vorgaben für Abschlussarbeiten an pädagogischen Hochschulen in Österreich sowie auf der Grundlage von Erkenntnissen der praxisbezogenen Hochschulforschung und der Wissenschaftsforschung kritisch die Rolle von Abschlussarbeiten für ein Lehramtsstudium.The reorganization of universities of teacher education has resurrected the question about the role of science and research in teacher education both in Austria and in Switzerland. It is remarkable that the role of research-based final assignments (bachelor theses or master theses) is hardly ever discussed in this connection, although final assignments are commonly understood to be the «journeyman’s piece of academic studies». They are considered both as a certificate for entering the teaching profession and as proof of scholarly competence. Based on an analysis of internal guidelines and on findings of science studies and research on practice-oriented higher education, this paper critically examines the role of final assignments in teacher education
Processes of career choice and decision making of prospective teachers
Unter Schweizer Lehrkräften der Primarschule ist der Männeranteil mit 18 Prozent sehr niedrig. Es stellt sich die Frage, in welcher Berufswahlphase junge Männer diese Option ausschließen und zu welchem Zeitpunkt allenfalls noch Interessierte erreicht werden könnten. Im breit angelegten Forschungsprojekt "GUNST - Geschlechts(un)typische Studienwahl" zeigte sich: Der Anteil am Lehrberuf interessierter Männer ist niedrig, jedoch setzen diese ihre Intention eher um als Männer mit anderen Studienplänen. An Informationsveranstaltungen der Pädagogischen Hochschule lassen sich zudem viele Teilnehmer finden, die noch unentschlossen über ihre Studien- und Berufswahl sind und die Lehrerausbildung in Betracht ziehen. Schließlich rekonstruieren Lehramtsstudenten ihre Berufswahl kaum als linearen Verlauf, sondern vielmehr als Abwägungsprozess. Dies deutet darauf hin, dass Eingrenzungsprozesse schon früh geschehen, die definitive Berufswahl aber erst relativ spät getroffen wird. (DIPF/Orig.)Considering the low quota of male primary teachers in Switzerland, it is of interest in which stage of career choice young men exclude this option and at which point potentially interested men still could be reached. Results from the broadly based research project "GUNST - counter-stereotypical career choice" show: Yet at an early stage, the percentage of men with interest for primary school teaching is low, though these men realize their intention more frequently than men with other career aspirations. Furthermore there is a high amount of men visiting the information event of the University of Teacher Education who have not yet made their definite career choice and consider primary school teaching. In addition, students in the teacher training reconstruct their career choice not as a linear development, but rather as a "weighing up process". These findings indicate an early containment process, even though the definite career choice is made rather late. (DIPF/Orig.
Self-conceptualizations of teachers – Between super-elevation, claims to normality, and contempt
Im vorliegenden Beitrag wird der Frage nachgegangen, wie Lehrpersonen ihren Beruf thematisieren. Aufgrund von früheren Untersuchungen wäre anzunehmen, dass negative und Verachtung ausdrückende Bilder dominieren. Anhand von Interviewausschnitten mit Lehrerinnen und Lehrern und deren Analyse mit Hilfe der dokumentarischen Methode kann jedoch gezeigt werden, dass dies nicht zutrifft. Es kristallisiert sich eine Typologie aus vier Rhetorikmustern heraus, wobei die einzelnen Typen in unterschiedlicher Weise professionelle und organisationale Logiken sowie Bilder vom Lehrberuf aufgreifen und das Verhältnis von Person und Beruf fassen. (DIPF/Orig.)The present contribution investigates the question of how teachers tropicalize their profession. On the basis of earlier studies, one would have to assume that negative images and concepts expressing contempt dominate. However, on the basis of excerpts from interviews with teachers and their analysis by means of the documentary method, it can be shown that that is not the case. A typology of four rhetorical patterns emerges, with the individual types differing as to the professional and organizational logics they draw upon and to the images of the teaching profession they refer to, as well as to the concept of the relation between the individual and the profession. (DIPF/Orig.
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