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Gesundheitliche Folgen von Gewalt unter besonderer Berücksichtigung von häuslicher Gewalt gegen Frauen
Hornberg C, Schröttle M, Bohne S, Khelaifat N, Pauli A. Gesundheitliche Folgen von Gewalt unter besonderer Berücksichtigung von häuslicher Gewalt gegen Frauen. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Vol 42. Berlin: Robert-Koch-Institut; 2008.Die hohe Betroffenheit von Frauen und Kindern, aber auch von Männern durch Gewalt im privaten und öffentlichen Raum ist mit erheblichen gesundheitlichen Folgen verbunden, die in der ärztlichen Diagnostik und gesundheitlichen Prävention zunehmend Beachtung finden sollten. Das Erkennen von Gewalt als Ursache physischer und psychischer Beeinträchtigungen kann zum Abbau von Über-, Unter- oder/und Fehlversorgung der Betroffenen beitragen. Institutionen des Gesundheitswesens haben daher als häufig erste und einzige Anlaufstelle beim Vorliegen von akuten Verletzungen und gesundheitlichen Folgen von Gewalt eine Schlüsselrolle bei der Intervention und Prävention weiterer Gewalt. In dem vorliegenden Themenheft werden - unter besonderer Berücksichtigung von häuslicher Gewalt gegen Frauen - Ergebnisse der nationalen und internationalen Forschung zu gesundheitlichen Folgen von Gewalt präsentiert und Handlungsanleitungen sowie Best-Practice-Ansätze für den Umgang mit Gewaltbetroffenen vorgestellt
Wie entsteht ein Sündenbock? : Grillparzers "Jüdin von Toledo" als Opfergeschichte
In den Geisteswissenschaften hat neben Walter Burkert mit seinem Buch über den homo necans (1972) der in den USA lehrende Franzose René Girard einige der interessantesten Hypothesen zur Frage nach dem Entstehen und Funktionieren von Gewalt aufgestellt. Sie erweisen sich gerade für einen kulturanalytischen Blick auf literarische Texte als höchst fruchtbar. Girard ist, wie Burkert, schon seit über dreißig Jahren den Mechanismen von Gewalt auf der Spur, maßgeblich in seinem Buch „La violence et le sacré“ von 1972 (dt. „Das Heilige und die Gewalt“ 1987). Und bis heute sind für Girard weder die modernen philosophisch-politischen Theorien der Gewalt (mit dem Tenor: der Mensch ist im Wesentlichen gut, erst seine Unterdrückung lässt ihn gewalttätig werden) noch die psychologisch-biologischen Theorien eines mit Todestrieb oder womöglich Aggressivitätsgenen ausgestatteten Menschen überzeugend. Er selbst geht von der zunächst scheinbar einfachen Annahme aus, dass Gewalt ein soziales Phänomen ist, das in der Interaktion von Menschen entsteht. Wie das genauer begründet wird und was ein literarischer Text zu diesem Befund beitragen bzw. was dieser Befund für das Verständnis von literarischen Texten leisten kann, möchte ich am Beispiel von Franz Grillparzers „Die Jüdin von Toledo“ zeigen
Heilpädagogische Diagnostik. Zur wissenschaftlichen Stigmatisierung von Kindern und Jugendlichen, die an den Folgen von sexualisierter Gewalt litten
Der Beitrag beschäftigt sich mit struktureller, epistemischer und sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen, die von der Jugendwohlfahrt in Österreich betreut wurden. Viele dieser Jugendlichen besuchten zugleich eine einrichtungsinterne Schule, in der sich die Gewalt fortsetzte, ebenso wurden viele bereits im Zuge der flächendeckenden Schuleingangsuntersuchungen mit Gewalt konfrontiert. Die vorliegenden Ergebnisse gehen zurück auf Forschungen im österreichischen Bundesland Kärnten. Da die Hauptakteure österreichweit agierten, sind die Ergebnisse des Forschungsprojektes – trotz seines Ausgangspunktes in Kärnten – nicht regional beschränkt. (DIPF/Orig.
Against the Stream, How Karl Barth Reframed Church-State Relations (Chapter 3 of Keine Gewalt! No Violence!)
Excerpt: Defenders of the Barmen Declaration\u27s apolitical tone remind us that it was never intended to establish a program of political protest, that Karl Barth and the others were pastors not politicians; that the goal was to reassert the integrity of the gospel in the face of the attempted subversion by the German Christians. On the one hand, the soundness of this interpretation is self-evident. And yet it should surprise no one that an apolitical strategy would have little political impact on the German state. It is also true that Barth\u27s views on church and state relations changed after Barmen; that afterward he expressed remorse over his own sins of omission. If we explore Barth\u27s writings over a twenty-year period, the change will become evident and so also his impact on the emerging political theology in Eastern Europe. The next two chapters will chronicle this development
Politische Clans und Gewalt im Süden der Philippinen
Seit über 30 Jahren führt eine muslimische Guerilla im Süden der Philippinen einen Sezessionskrieg. Keiner der wiederholten Versuche, einen Frieden herzustellen, fruchtete bislang. Die Gründe hierfür sind vielfältig und liegen nicht nur auf der nationalpolitischen Ebene zwischen Regierung und Guerilla. Vielmehr belegt der Autor, dass die Verquickung von lokalen Claninteressen mit Kriminalität und dem Kampf um politische Unabhängigkeit die anhaltende Gewalt in der Region verursachen. Deshalb ist es kaum möglich, die Gewaltakteure trennscharf zu identifizieren.
Diese Annäherungsweise an das Problem der Gewalt im Süden der Philippinen unterscheidet sich deutlich von der bisher gängigen These. Während bislang der Kampf um Unabhängigkeit als zentrale Gewaltursache gesehen wurde, untersucht Peter Kreuzer die Rolle der Clans sowie die Mikrodynamiken der Gewalt und ihren Einfluss auf das gesamte Gewaltsystem. Dabei wird offenkundig, dass politische Gewalt fundamental unterschiedliche Gesichter haben kann. Selbst bewaffnete Zusammenstöße zwischen Militär und Guerilla sind oft nur Maske für Rivalitäten zwischen konkurrierenden Clans.
Eine besondere Stärke dieses Reports liegt in der außerordentlichen Fülle und Qualität des empirischen Materials, das hier ausgewertet wurde. Eine Reihe von Interviews aus dem Sommer 2004 mit Akteuren aus der Region gewähren neue Einblicke in die komplexen Konfliktlagen zwischen den vielfältigen konkurrierenden Interessengruppen. Die dadurch neu gewonnenen Erkenntnisse bilden den Ausgangspunkt für eine Diskussion möglicher Wege aus der Gewalt
"… und steure deiner Feinde Mord":Gewalt im Kirchenlied
Der Artikel untersucht Momente der Gewalt in Kirchenliedern. Er analysiert Kirchenlieder, die im frühneuzeitlichen Kampf zwischen Katholiken und Protestanten sowie in Missionsbewegungen eingesetzt wurden und die zum Teil noch in heutigen Gesangbüchern anzutreffen sind. Es wird gezeigt, dass die Lieder nicht nur Gewalt gegen einen äußeren Feind richten, sondern auch gegen den Feind im Inneren. Da das deutsche Wort 'Gewalt' sowohl 'violentia' als auch 'potestas' bedeutet, oszillieren die Kirchenlieder oftmals zwischen beiden Bedeutungen. Die in den Liedern beschworene Gewalt bezieht sich häufig auch auf ihre eigene Gewaltsamkeit und/oder Macht wie ein kurzer Blick auf Heinrich von Kleists Novelle "Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik" vorführt.This essay looks at moments of violence in Christian hymns. It analyzes chants used in the early modern struggle between Catholics and Protestants and in missionary movements which still can be found in contemporary hymnbooks. The article shows that the chants not only direct aggression against an outer enemy but also against the fiend within. As the German word 'Gewalt' means both 'violence' and 'power', the hymns oscillate between both meanings. The 'Gewalt' being praised in the hymns often self-reflectively addresses the chants' own violence and/or power as it is illustrated by a brief look at Heinrich von Kleist's novella "Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik"
Public houses and civic tensions in early modern Bern
This article examines the delicate relationship between the civic privilege of wine retailing and the constitutional emphasis on order in a city republic. Burghers appreciated the revenues from beverage sales, while urban
authorities worried about destabilizing effects. In the context of state formation, Bern claimed control over public houses throughout its territory, but closer analysis
suggests that socio-economic and political interests were constantly renegotiated, not only within the capital but also between centre and periphery
Frieden im Niemandsland - Die Waffenruhen um Weihnachten 1914 an der Westfront
Die Waffenruhen um Weihnachten 1914 an der Westfront sind ein bemerkenswertes Beispiel für die "Unterbrechung von Gewalt", durch die beides deutlich wird: die bis dato beispiellosen Verheerungen des "Maschinenkriegs", in dem der "kleine Friede" eine kurzfristige Ausnahme blieb, wie die trotzdem noch mögliche, zumindest momentane Überwindung der Gewalt dort, wo sich die Soldaten als Menschen jenseits der Uniform begegneten
Thole, Werner / Baader, Meike / Helsper, Werner / Kappeler, Manfred / Leuzinger-Bohleber, Marianne / Reh, Sabine / Sielert, Uwe / Thompson, Christiane (Hg.): Sexualisierte Gewalt, Macht und Pädagogik. Opladen / Berlin / Toronto: Barbara Budrich 2012. [...] [Sammelrezension]
Sammelrezension von: 1. Werner Thole / Meike Baader / Werner Helsper / Manfred Kappeler / Marianne Leuzinger-Bohleber / Sabine Reh / Uwe Sielert / Christiane Thompson (Hrsg.): Sexualisierte Gewalt, Macht und Pädagogik. Opladen / Berlin / Toronto: Barbara Budrich 2012, 331 S. ISBN 978-3-8474-0046-2. 2. Sabine Andresen / Wilhelm Heitmeyer (Hrsg.): Zerstörerische Vorgänge. Missachtung und sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in Institutionen. Weinheim: Juventa 2012, 332 S. ISBN 978-3-7799-2818-
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