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Heimische Sojaprodukte in der Fütterung landwirtschaftlicher Nutztiere
Vollfette Sojabohnen und daraus hergestellter Sojakuchen sind die wichtigsten Futtermittel aus heimischem Sojabohnenanbau. Welche wertbestimmenden Inhaltsstoffen enthalten diese Futtermittel, welchen Futterwert besitzen sie und wie können sie optimal in der die Schweine- und Geflügelfütterung sowie der Rinder- und Schaffütterung eingesetzt werden? Antworten auf diese Fragen gibt unsere Soja-Fütterungsfibel. Als Vergleichsfuttermittel dienen die klassischen, heimischen Körnerleguminosen –insbesondere Ackerbohnen – und das dominierende Eiweißfuttermittel Sojaextraktionsschrot aus Überseeimporten
Einfluss von Futtermitteln und der Fütterungsstrategie auf die Fischproduktion und die Produktqualität von ökologischen Fischereierzeugnissen
Im Rahmen eines vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) finanzierten und von der Bundesanstalt für Landwirtschaft (BLE) betreuten Projektes wurde der Einfluss von Futtermitteln und der Fütterungsstrategie auf die Fischproduktion und die Produktqualität von ökologischen Fischereierzeugnissen untersucht.
Für die Untersuchungen wurden Bachforellen (Salmo trutta fario L.) und Seesaiblinge (Salvelinus alpinus L.) unter den Produktionsbedingungen eines ökologischen Anbauverbandes (Naturland) aufgezogen. Darunter fallen die Aufzucht in naturnahen Teichen und begrenzte Höchstbesatzdichten (bis 10 kg/m3), vor allem aber die Verwendung von zertifizierten Bio-Futtermitteln. Für die Aufzucht der Salmoniden wurden biozertifizierte Produktpaletten von drei Futtermittelherstellern herangezogen und mit der konventionellen Produktlinie eines weiteren Herstellers verglichen. Im Versuchsverlauf wurden die Futtermittel dem Wachstum der Fische angepasst. Neben den Futtermitteln wurde auch die Fütterungsstrategie untersucht. Dafür wurde eine täglich mehrmalige Automatenfütterung mit einer zweimaligen Handfütterung verglichen. Es erfolgten regelmäßige Kontrollen der Fischgesundheit und des Wachstumsverlaufs, und die Futtermengen wurden täglich dem Wachstum der Fische angepasst. Darüber hinaus wurden die wichtigsten Wasserparameter erfasst. Zum Abschluss der Aufzucht wurden die Wachstumsleistungen der Fütterungsgruppen und die Produktqualität einer repräsentativen Anzahl bestimmt.
Die Aufzucht der Bachforellen zeigte eine grundsätzliche Eignung aller Futtermittel. Innerhalb von 9,5 Monaten wuchsen die Forellen von durchschnittlich 30 g auf ein marktfähiges Schlachtgewicht heran, womit sich eine gesamte Aufzuchtdauer von 21,5 Monaten ergab. Wachstumsunterschiede ergaben sich aufgrund der verschiedenen Nährwerte der Futtermittel. Futtermittel mit hohen Fettanteilen von bis zu 25 % garantierten dabei ein rasches Wachstum. In der letzten Aufzuchtphase konnte allerdings nur ein geringer Zuwachs ermittelt werden, da die Bachforellen großteils die Geschlechtsreife erreichten. Dies wirkte sich auch negativ auf die Schlachtkörperausbeute aus. Die Futterverwertung lag mit Futterquotienten von 1 bis 2,5 in einem annehmbaren bis nicht akzeptablen Bereich. Aufgrund der höheren Preise für zertifizierte Futtermittel ergab ein Vergleich der Futterkosten pro kg Zuwachs von 1,61 €/kg für die konventionell gefütterten Bachforellen und durchschnittlich 2,30 €/kg bei den Biofuttermitteln (+ 43 %).
Die Aufzucht der Seesaiblinge von 32 g bis zum Erreichen einer schlachtfähigen Größe dauerte 10,5 Monate (gesamte Aufzuchtdauer: 22,5 Monate). Im Gegensatz zu den Bachforellen war die Produktion durch ein abweichendes Fressverhalten, eine geringere Wachstumsleistung, höhere Krankheitsanfälligkeit und einen frühzeitigen Beginn der Gonadenreifung gekennzeichnet. Dies war unabhängig von der Auswahl der Futtermittel und zeigt, dass die Produktion von Seesaiblingen unter den Voraussetzungen eines ökologischen Anbauverbandes Risiken birgt. Dies wird besonders deutlich beim Kostenvergleich der Futtermittel: 3,10 €/kg Zuwachs ergaben sich bei dem konventionellem Futtermittel, während die Fütterung mit Bio-zertifiziertem Futter im Durchschnitt 6,22 €/kg Zuwachs kostete. Darüber hinaus scheinen Besatzdichten von < 10 kg/m3 nicht für die Produktion von Seesaiblingen geeignet zu sein. Die Auswahl der geeigneten Fütterungsstrategie kann zu einem verbesserten Ergebnis beitragen. Besonders in den letzten Monaten war die Aufzucht bei beiden Fischarten von einer diskontinuierlichen Futteraufnahme geprägt. Während bei der Handfütterung umgehend darauf reagiert werden konnte, war dies bei Automatenfütterung nur eingeschränkt möglich. Dies kann zu Futterverlusten und einer zusätzlichen Belastung des Wassers führen.
Die Analyse der Produktqualität zeigte, dass weder die eingesetzten Futtermittel noch die unterschiedlichen Fütterungsstrategien zu einem systematischen Unterschied bei den bestimmten chemischen, instrumentellen und sensorischen Parametern der Fische führten. Die Fische wurden generell als sehr gut bewertet. Die Grundzusammensetzung des essbaren Anteils aller Bachforellen lag im handelsüblichen Bereich. Bei den Seesaiblingen fehlen bisher vergleichbare Ergebnisse aus der Praxis. Die Analysen der Aminosäuremuster und der Fettsäurezusammensetzung im Filet wiesen bei allen Gruppen einen hohen Gehalt von Taurin und den essentiellen Fettsäuren der n-3- und n-6-Reihen nach und verdeutlichen damit die hohe Bedeutung von Fisch für die menschliche Ernährung.
Es konnte nachgewiesen werden, dass für die getesteten modernen Biofuttermittel sehr hochwertige Rohstoffe verwendet wurden, die mindestens eine gleichwertige Wachstumsleistung wie konventionelle Futtermittel garantieren. Auch die Analyse des verzehrbaren Anteils zeigte, dass moderne Biofuttermittel hohe Produktqualitäten liefern, die vergleichbar sind mit Fischen aus konventioneller Zucht. Allerdings sind die Preise der Biofuttermittel bedeutend höher, so dass die Futterkosten pro kg Zuwachs etwa 40-50 % höher ausfallen. Weitere Kosten fallen bei der Produktion von Bio-Salmoniden im Rahmen von zusätzlichen Kontroll- und Reinigungsarbeiten an. Schlussfolgernd ist die Produktion von Bachforellen nach Vorgaben von ökologischen Anbauverbänden durchaus möglich, während die Aufzucht von Seesaiblingen nur mit Einschränkungen wirtschaftlich möglich scheint
Variation von Fermentationsparametern in der Schweineernährung
Das Vermögen von Mastschweinen, faserreiche Futtermittel zu verdauen, kann stark variieren. Es existieren nur wenige Daten zu Unterschieden in den Verdaulichkeitsraten bei Schweinen ökologischer und konventioneller Betriebe und ob sich die Verdaulichkeitsraten im Zeitverlauf ändern. Bisher basiert die Methode zur Messung der Vardaulichkeitsraten faserreicher Futtermittel auf Inokula, welche von konventionell gefütterten Schweinen gewonnen werden. Deshalb wurde eine Studie mit Inokula von ökologischen und konventionellen Kontrolltieren zur Messung der Verdaulichkeitsraten diverser Substrate über 6 Wochen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen hohe Variationen in den kalkulierten Kinetiken. Daher sind die Kinetiken wahrscheinlich geeigneter zur Charakterisierung der Verdaulichkeit als die Endpunktmessung der Gasproduktion
Trend der GVO-Verunreinigungen in Lebens- und Futtermitteln. Analyse und Vergleich der GVO-Verunreinigungen in biologischen und konventionellen Produkten in den Jahren 2000-2005
Weltweit hat der Anbau von gentechnisch veränderten (gv) Pflanzen seit der ersten Aussaat im Jahr 1996 auf heute 90 Mio. ha zugenommen. 2005 ernteten spanische Landwirte auf gut 60.000 Hektaren gv-Mais und verwerteten ihn als Futtermittel. Die Anbauflächen in Frankreich, Portugal, Tschechien und Deutschland lagen deutlich tiefer (zwischen 350 und 750 ha). Total wuchsen auf etwa 0,5 % der Maisanbauflächen in der EU gv-Pflanzen. 2006 werden die Flächen, auf denen gv-Mais angebaut wird, vermutlich leicht zunehmen. In der Schweiz wurde im November 2005 der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen für die nächsten 5 Jahre mittels eines Moratoriums verboten. Jedoch ist der Import von einigen gentechnischen Produkten in die Schweiz erlaubt. Die Schweiz ist sowohl im Lebensmittel- als auch im Futttermittelbereich stark abhängig von Importen, auch aus Ländern welche gv-Pflanzen anbauen oder handeln. Durch verschiedene Mechanismen (Saatgutverunreinigungen, Verschleppungen und Verwechslungen beim Transport und in der Verarbeitung) werden nicht-gv-Lebens- und Futtermittel durch GVO-haltige Produkte verunreinigt. Insbesondere im Biolandbau möchte man aber Produkte herstellen, welche kein GVO enthalten.
In der vorliegenden Arbeit wurden GVO-Analysen bei Lebensmitteln (Mais, Soja und Fertigprodukte) und bei Futtermitteln (Ausgangsfuttermittel, Mischfutter), welche in den Jahren 2003 bis 2005 von privaten und kantonalen Labors gemacht worden sind, gesammelt und ausgewertet. Die Häufigkeit und die Höhe der GVO-Verunreinigungen in den Lebensmitteln waren abhängig von der Produktart und der Produktionsart. Je nach Lebensmittel (Mais, Soja und Fertigprodukte) und dessen Produktionsart (Bio oder konventionell) wurden in 3-22 % der Proben GVO nachgewiesen. Der grosse Teil der Verunreinigungen lag im nicht quantifizierbaren Bereich von unter 0.1%. Produkte in denen am häufigsten und auch relativ hohe Verunreinigungen gefunden wurden sind konventionelle Sojaprodukte. Der Vergleich mit Daten aus den Jahren 2000 bis 2002 zeigt, dass GVO-Verunreinigungen von 34 % auf 15 % abgenommen haben. Wie in den Untersuchungen 2000-2002 waren auch 2003-2005 allgemein die biologischen Lebensmittel weniger häufig und weniger stark von GVO-Verunreinigungen betroffen als die konventionellen Lebensmitteln, wobei der Unterschied zwischen biologischen und konventionellen Lebensmitteln heute grösser ist als 2000-2002. Auch bei den Futtermitteln wurden in den Jahren 2003- 2005 weniger GVO-Verunreinigungen gefunden (40 %) als in den Jahren 2000-2002 (70 %). In dieser Auswertung musste leider auf einen Vergleich der konventionellen und der biokompatiblen bzw. biologischen Futtermittel verzichtet werden, da zu wenige biologische Daten vorhanden waren. Die Auftrennung der Futtermittel in Futterausgangsmittel und Mischfutter zeigte, dass Mischfutter häufiger und höhere GVO-Verunreinigungen aufweisen als Futterausgangsmittel. Obwohl seit dem 1.1.2005 strengere Schwellenwerte für Futterausgangsmittel und Mischfutter gelten, wurden nicht mehr Überschreitungen der Deklarationslimite in Futtermittel im Jahr 2005 gefunden als in den vorangehenden Jahren 2003 und 2004. In den Resultaten widerspiegeln sich die verbesserten QS-Massnahmen sowohl im biologischen wie auch im konventionellen Bereich. Die Strategien zur Vermeidung von GVO-Verunreinigungen scheinen erfolgreich zu sein. Obwohl der globale Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen in den letzten Jahren stark zugenommen hat, zeigen die Resultate, dass sowohl Lebensmittel als auch Futtermittel heute weniger mit GVO verunreinigt sind als noch vor 4 Jahren
Entwicklung eines Qualitätssicherungssystems für Öko-Futtermittel
Gesamtziel des Vorhabens war die Beschreibung eines Qualitätssicherungssystems für Öko-Futtermittel, verknüpft mit dem Ziel, die Produktsicherheit für die Hersteller und Anwender von Öko-Futtermitteln zu erhöhen.
Der im Rahmen dieses Projektes erarbeitete Leitfaden "Qualitätssicherung Öko-Futtermittel" ist ein umfassendes Kompendium, welches alle notwendigen Schritte zu einer systematischen Qualitätssicherung von Öko-Futtermitteln beschreibt. Moderne Prinzipien der Qualitätssicherung, nämlich Eigenkontrolle und Risikoorientierung, finden ausdrücklich Berücksichtigung. Die strenge Orientierung an der EU-Öko-Futtermittelverordnung stellt für den Leitfadennutzer sicher, dass die Anforderungen des Gesetzgebers mit Hilfe dieses Handbuchs erfüllt werden können. Die Betrachtung bezog sich dabei auf den gesamten Herstellungsprozess, von der Rohstoffbereitstellung über die Verarbeitung bis zum eigentlichen Anwender. Mit der Entwicklung einer „Guten Kontrollpraxis“ für Öko-Futtermittel wurde den Verbänden, Behörden und Kontrollorganisationen des Ökologischen Landbaus darüber hinaus eine fundierte Arbeitsgrundlage zur Verfügung gestellt, die den Anstoß für eine harmonisierte Auslegung der „EU-Öko-Futtermittelverordnung“ gibt.
Möglicherweise kritische Punkte bei der Herstellung von Futtermitteln für die Ökologische Tierhaltung wurden im Zuge dieses Projektes sorgfältig analysiert. Eigenkontrolle und Risikoorientierung bedeuten allerdings, dass die Analyse von Kritischen Kontrollpunkten letztendlich unter den Produktionsbedingungen im Unternehmen selbst zu erfolgen hat. Die dargelegte „Übersicht über typische Gefahren bei der Herstellung von Öko-Futtermitteln“ bietet jedem Unternehmen den notwendigen systematischen Einstieg in die Risikoanalyse und benennt bewährte Maßnahmen, die zur Beherrschung dieser Gefahren geeignet sind. Dies hat sich durch begleitende Erhebungen und Recherchen in der Praxis erwiesen und wurde während der zwei durchgeführten Workshops von den Betroffenen bestätigt.
Die lösungs- und anwendungsorientierte, zum Teil sehr ausführliche Beschreibung qualitätssichernder Maßnahmen berücksichtigt den derzeitigen Stand der Qualitätssicherung bei den Herstellern, Händlern und dem Erfassungshandel für Öko-Futtermittel
Einsatz von Bio-Ausputzgetreide in der Ernährung von Bio-Karpfen
Die ökologische Karpfenproduktion ist mit ca. 1% an der gesamten deutschen Karpfenproduktion beteiligt. Durch hohe Futtermittelpreise für ökologische Futtermittel ist es für den Produzenten schwer, wirtschaftlich rentabel zu arbeiten. Daher können alternative günstige ökologische Futtermittel den Anreiz schaffen, von einer konventionellen Produktionsmethode zu einer ökologischen zu wechseln und somit eine Steigerung der Karpfen-Ökoproduktion in Deutschland zu erzielen.
In der vorliegenden Untersuchung wurde Bio-Bruchkorn als Futtermittel getestet. Bruchkorn ist ein Abfallprodukt der Getreideherstellung und wird momentan als Futtermittel in der Geflügel- und Säugetierhaltung als Futterschrot eingesetzt. Es fällt bei mechanischen Reinigungsprozessen des Getreides an und setzt sich aus zerbrochenen Körnern, Untersaaten sowie Insektenresten zusammen.
Das Bio-Bruchkorn wurde in zwei Fütterungsversuchen an Karpfen im Vergleich zu Bio-Getreidefuttermittel getestet. Zum einen in einer geschlossenen Kreislaufanlage unter kontrollierten Haltungsbedingungen, zum anderen in einer Teichwirtschaft, die nach ökologischen Richtlinien arbeitet. Die Wachstumsergebnisse und Körperzusammensetzungen der Tiere wurden statistisch ausgewertet und mit einander verglichen.
Die Ergebnisse beider Versuche zeigen, dass Bio-Bruchkorn eine sehr gute Alternative zum herkömmlich eingesetzten Biofuttermittel ist. Es zeigten sich keinerlei schlechtere Wachstumsergebnisse oder signifikant schlechtere Futterverwertungen beim Bio-Bruchkorn im Vergleich beider Testfuttermittel. Die Fische litten unter keinerlei Mangel und wiesen gute Gewichtszunahmen sowie Futterverwertungen auf.
Als Fazit läßt sich somit sagen, dass das hier getestete Bio-Bruchkorn eine sehr gute Alternative zu herkömmlichen Getreidefuttermitteln ist. Ein großer Vorteil dieses Futtermittels ist neben der guten Nährstoffzusammensetzung der Preis. Das Bio-Bruchkorn ist als eigentliches Abfallprodukt wesentlich günstiger als ökologisches Futtergetreide (ca. 30-50% günstiger) und somit können bei einem Einsatz von Bio-Bruchkorn in der ökologischen Karpfenproduktion höhere finanzielle Gewinne erwirtschaftet werden
Denkbare Alternativen in der Fütterung
Viele werden vor allem die Maiswürfel vermissen, aber auch Biertreber und Malz sind beliebt und in Bioqualität schwer aufzutreiben. Hier einige Tipps und Überlegungen zum aktuellen Futtermittel-Engpass
Schaffung von Marktanreizen für den heimischen Futterbau über bessere Absatzmöglichkeiten für tierische Öko-Produkte aus regionaler Erzeugung
In Deutschland stieg in den letzten Jahren die Nachfrage nach tierischen Öko-Lebensmitteln fortlaufend an. Die deutschen Öko-Landwirte konnten zwar ihre tierische Erzeugung stark steigern, doch mussten hierfür zunehmend Futtermittel, vorwiegend Eiweißträger, aus dem Ausland zugekauft werden. Das Ziel des Projektes war es, die Verbraucherpräferenzen für tierische Öko-Produkte aus regionaler Erzeugung unter Einbezug von heimischen Öko-Futtermitteln zu analysieren. Die Generierung eines Markts für tierische Öko-Lebensmittel hergestellt aus heimischen Futtermitteln würde neue Marktanreize für die heimische Erzeugung von Öko-Futtermitteln schaffen.
Eine Literaturrecherche und Telefoninterviews mit dreizehn Experten lieferten Informationen, um an den Stand der Wissenschaft und der Praxis anzuknüpfen. Ein Kaufexperiment und eine computergestützte Befragung wurden mit 597 Öko-Konsumenten durchgeführt und mithilfe von Mixed-Logit Modellen ausgewertet. Im Kaufexperiment wurden jeweils drei Wahlentscheidungen für Öko-Milch, Öko-Eier und Öko-Schweineschnitzel getroffen. Am Ende wurden die Ergebnisse in einem Experten-Workshop diskutiert und weiterentwickelt.
Eine Kennzeichnung der Futtermittelherkunft führte zu einer höheren Kaufwahrscheinlichkeit der jeweiligen Öko-Produkte. Eine regionale Futtermittelherkunft wurde deutlich einer deutschen Futtermittelherkunft bevorzugt. Die Bereitstellung von zusätzlichen Informationen über den Öko-Futtermittelimport nach Deutschland hatte bei allen drei Produkten einen signifikant positiven Einfluss auf die Präferenz für eine regionale Futtermittelherkunft. Dementsprechend bestand auch eine Mehrzahlungsbereitschaft von Öko-Konsumenten für Öko-Lebensmittel hergestellt aus regionalen Futtermitteln. Dies eröffnet eine neue Marktnische für Öko-Produkte hergestellt aus regionalen Öko-Futtermitteln im Premiumpreissegment, durch deren Besetzung der Selbstversorgungsgrad an Öko-Futtermitteln gesteigert werden kann. Für ein entsprechendes Marketingkonzept für Öko-Lebensmittel hergestellt aus heimischen Futtermitteln werden abschließend Empfehlungen gegeben
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