Untersuchung der Position von Guttaperchapoints anhand von Röntgenaufnahmen vor und nach dem Einbringen eines Wurzelkanalsealers Hintergrund und Zielsetzung Ziel der Wurzelkanalbehandlung ist die umfassende Reinigung und Desinfektion des Wurzelkanalsystems, gefolgt von einem hermetischen und langfristig stabilen Verschluss. Dabei spielt insbesondere die Länge der Wurzelfüllung eine entscheidende Rolle. Im Falle einer Überfüllung des Zahns kann es zu Irritationen der periradikulären Strukturen kommen. Bei einer Unterfüllung verbleiben nicht gefüllte Bereiche im Zahn, in denen Bakterien zurückbleiben oder sich erneut ansiedeln können. Daher ist es von zentraler Bedeutung, die zuvor ermittelte Arbeitslänge für die Wurzelkanalaufbereitung auch während des Obturationsprozesses exakt einzuhalten. Bei der Durchführung endodontischer Behandlungen am Patienten tritt immer wieder das Problem auf, dass die sorgfältig ermittelte und festgelegte Position der Guttapercha- Masterpoints nach dem Einbringen eines Wurzelkanalsealers nicht mehr erreicht werden kann. Es besteht also die Vermutung, dass das Einbringen eines Wurzelkanalsealers mit einem Verlust der zuvor festgelegten Arbeitslänge einhergeht. Diese Arbeit untersucht die Position der Guttaperchapoints in final aufbereiteten Wurzelkanälen vor und nach der Applikation eines Sealers und vergleicht zudem die Ergebnisse von Sealern aus vier verschiedenen Materialklassen miteinander. Material und Methode Für die Durchführung des Versuchs konnten die Räumlichkeiten der Philipps- Universität Marburg genutzt werden. Insgesamt wurden 64 Wurzelkanäle von 51 Zähnen maschinell mit dem F360-System bis zur Größe 45 aufbereitet und die Masterpoints des Systems in der gleichen ISO-Größe angepasst. Die Position der Masterpoints im Kanal wurde mittels zweidimensionaler Röntgenaufnahmen dokumentiert. Diese Position sollte nach dem Einbringen eines Wurzelkanalsealers erneut bestimmt und mit der zuvor festgelegten Position verglichen werden. Um eine reproduzierbare Position der Zähne während der Röntgenaufnahmen zu gewährleisten, wurden die Zähne in einer Apparatur durch Legosteine fixiert. Für den Versuch kamen vier Sealer aus unterschiedlichen Materialklassen zum Einsatz: • Sealergruppe A: AH Plus Jet - Dentsply Sirona • Sealergruppe B: Sealapex Xpress - Kerr • Sealergruppe C CeraSeal - Komet • Sealergruppe D Tubli-Seal Xpress - Kerr Die Röntgenaufnahmen vor und nach Sealerapplikation wurden mit der Software ImageJ vermessen. Ergebnisse Die statistische Auswertung zeigte für alle Sealergruppen einen Verlust der Arbeitslänge im Vergleich zur zuvor angefertigten Masterpointaufnahme. Innerhalb der Sealergruppen traten vereinzelt signifikante Unterschiede auf. Die Games-Howell-Analyse dokumentiert signifikante Unterschiede im Vergleich der Gruppen AH Plus Jet zu CeraSeal (0,016*) sowie der Gruppen Tubli-Seal Xpress zu Ceraseal (0,025*). Betrachtet man die Mittelwerte der Gruppen, so zeigt sich bei der Verwendung von CeraSeal die größte Abweichung von der ursprünglichen Länge (-1,19). Die nächsthöheren Abweichungen wurden für die Sealergruppe Sealapex Xpress festgestellt (-0,60). Für die Gruppen AH Plus Jet und Tubli-Seal Xpress wurden vergleichbare Verluste der Arbeitslänge dokumentiert (-0,38 bzw. -0,36). Schlussfolgerung In diesem Versuch konnten Varianzen in der Position des Masterpoints im final aufbereiteten Wurzelkanal vor und nach Sealerapplikation festgestellt werden. Signifikante Unterschiede zwischen den verwendeten Sealergruppen wurden nur für zwei Konstellationen dokumentiert. Vermutlich beeinflussen die primäre Passung des Masterpoints, die Filmdicke, Viskosität und Korngröße der verwendeten Sealer die Position des Masterpoints nach der Applikation. Weiterführende Studien zu dieser Thematik könnten wertvolle Informationen liefern und dazu beitragen, den klinischen Erfolg endodontischer Behandlungen zu verbessern.Background and objective The aim of root canal treatment is to hermetically seal the root canal system after thorough chemomechanical cleaning. The length of the root canal filling is also crucial in this regard. Overfilling the canal can cause irritation to the periradicular tissues, while underfilling leaves gaps within the tooth where bacteria can persist or re-colonize. Therefore, it is essential to strictly adhere to the previously determined working length for root canal preparation during the obturation process. During endodontic treatments, a common issue arises where the carefully determined and fixed position of the gutta-percha master points becomes difficult to reach after the insertion of a root canal sealer. It is assumed that the application of a root canal sealer may lead to a loss of the previously established working length. This study investigates the position of the gutta-percha points in fully prepared root canals both before and after sealer application, and also compares the effects of sealers from four different material classes. Material and method The experiment was conducted at the premises of Philipps University in Marburg. A total of 64 root canals from 51 teeth were mechanically prepared using the F360-system to an ISO size of 45, and the master points of the system were adapted to the same ISO size. The position of the master points within the canal was documented using twodimensional radiographs. After the insertion of a root canal sealer, the position of the master points was re-evaluated and compared with the previously recorded position. To ensure a consistent and reproducible position of the teeth during the X-ray procedure, the teeth were securely fixed in an appliance made from Lego bricks. Four different sealers, representing various material classes, were used in the experiment: • Sealergroup A: AH Plus Jet - Dentsply Sirona • Sealergroup B: Sealapex Xpress - Kerr • Sealergroup C: CeraSeal - Komet • Sealergroup D: Tubli-Seal Xpress - Kerr The X-ray images before and after sealer application were measured using ImageJ software. Results The statistical analysis revealed a loss of working length for all sealer groups compared to the previously recorded position of the master points. Isolated significant differences were observed within the sealer groups. The Games-Howell analysis identified significant differences between the AH Plus Jet and CeraSeal groups (p = 0.016*) as well as between the Tubli-Seal Xpress and CeraSeal groups (p = 0.025*). Analyzing the mean values of the groups, the use of CeraSeal resulted in the greatest deviation from the original length (-1.19). The next largest deviations were observed in the Sealapex Xpress sealer group (-0.60). Comparable losses in working length were noted for the AH Plus Jet and Tubli-Seal Xpress groups, with deviations of -0.38 and -0.36, respectively. Conclusion In this experiment, variations in the position of the master point in the final prepared root canal were observed before and after the application of the sealer. Significant differences between the sealer groups were only noted in two instances. It is likely that factors such as the initial fit of the master point, the film thickness, viscosity, and particle size of the sealers used influence the position of the master point after application. Further research on this topic could provide valuable insights and contribute to enhancing the clinical success of endodontic treatments
Is data on this page outdated, violates copyrights or anything else? Report the problem now and we will take corresponding actions after reviewing your request.