Die Anzahl an Endoskopien steigt stetig. Damit wächst das Interesse an der Sicherheit der Endoskopie. In den letzten Jahren erschienen Publikationen von Infektionsgeschehen durch die Endoskope. In dieser Arbeit wurden über einen Zeitraum von fünf Jahren die routinemäßig nach den Richtlinien der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention entnommenen mikrobiologischen Abstriche der Endoskopie- Einheit des Uniklinikum Marburg untersucht. Dabei wurde insbesondere die Keimbelastung von geliehenen Endoskopen, die am Uniklinikum Marburg, abweichend von den deutschen Richtlinien, alle vor dem ersten Einsatz direkt zweimal maschinell aufbereitet und mikrobiell beprobt wurden, betrachtet. Die rein maschinelle Aufbereitung, sowie die Probenentnahme und die anschließende mikrobiologische Kontrolle folgten dabei den Leitlinien des Robert- Koch- Instituts. Eine Probe war zu beanstanden, wenn entweder pathogene Mikroorganismen nachweisbar waren, oder wenn, unabhängig vom Keim, dieser in einer Menge >1 Kolonie bildende Einheit/ml nachweisbar war.
Von den insgesamt 308 getesteten Endoskopen waren 16 Proben zu beanstanden (5,2%). In 5 Fällen ließen sich pathogene Mikroorganismen nachweisen wie Enterokokken (4x) und vergrünende Streptokokken (1x) als Hinweis auf eine mangelhafte Reinigung oder Desinfektion, und Pseudomonas (1x), als Indikator für eine mangelhafte Schlussspülung oder Trocknung. In 12 Fällen wurde die quantitative Anforderung nicht erfüllt. Hier waren zum größten Teil Koagulase- negative Staphylokokken nachweisbar, welche auf eine unzureichende Händehygiene oder Trocknung bzw. Lagerung hindeuten. Am häufigsten zu beanstanden waren die Flüssigkeitsproben. Insbesondere die Durchspülflüssigkeit des Arbeitskanals (10x) und die Spülflüssigkeit des Optikspülsystems (9x) wiesen Verunreinigungen auf. Zwischen den einzelnen Endoskop-Typen ließ sich, entgegen der meisten bisher veröffentlichten Studien, kein Unterschied feststellen. Leihgeräte wiesen hingegen, trotz doppelter Aufbereitung, eine signifikant höhere Rate an Beanstandungen auf (p = 0,0053). Im Hinblick auf die hygienerelevanten Keime sowie das Hauptvorkommen der Keime in den Flüssigkeitsproben sind folgende Punkte wichtig: Eine gute Bürstenreinigung zur Reduktion des Biofilms und die regelmäßige Schulung des Personals mit dem Fokus auf die Besonderheiten der einzelnen Endoskop- Typen. Das Hauptproblem dieser Stichprobenuntersuchung lag bei Haut- und Umgebungskeimen als Hinweis auf eine mangelhafte Trocknung, Händehygiene oder Handhabung des Endoskops nach der maschinellen Aufbereitung. Das legt den Fokus auf eine korrekte Händedesinfektion in der Routine und auf eine ausreichende Trocknung der Endoskope z.B. durch Verlängerung dieses Teilschrittes des Reinigungs- und Desinfektionsgerät - für Endoskope oder der Trocknung der Kanäle mit Druckluft. Inwiefern Lagerungsschränke mit speziellem Trocknungssystem zur Vermeidung einer Rekontamination beitragen können, sollte weiter untersucht werden. Die hohe Rate an relevanten Kontaminationen bei den Leihgeräten war überraschend. Aufgrund der unterschiedlichen Stichprobenauswahl der Leihgeräte und der hauseigenen Endoskope (alle Leihgräte vs. Stichproben der hauseigenen Geräte nach Leitlinie) ist eine Verzerrung nicht auszuschließen. Als mögliche Ursachen der Beanstandung können eine unzureichende Trocknung und Lagerung diskutiert werden. Durch den unregelmäßigen Einsatz der geliehenen Geräte und den zwischenzeitlich liegenden Transport in geschlossenen Koffern, kann es hier vermehrt zum Antrocknen und zur Bildung eines Biofilms kommen, was eine anschließende Aufbereitung erschwert und teilweise unwirksam macht. Auch eine mögliche Besiedelung des Transportkoffers oder durch den Transport entstehende Mikroläsionen am Äußeren des Leihgerätes, wären zu bedenkende Kontaminationsursachen. Es zeigt sich, dass geliehene Geräte mit größerer Sorgfalt behandelt werden sollten und eine doppelte Aufbereitung keinen Vorteil in der Keimreduktion gegenüber einer einfachen Aufbereitung bringt.The number of endoscopic procedures continues to increase. As a result, there is growing interest in the safety of endoscopy. In recent years, publications have appeared on the incidence of infections caused by endoscopes.
In this study, microbiological swabs routinely taken in accordance with Commission for Hospital Hygiene and Infection Prevention guidelines at the endoscopy unit of the University Hospital of Marburg were examined over a period of five years. In particular, the bacterial load of borrowed endoscopes, which were all mechanically reprocessed twice and microbially sampled before they were used for the first time, in deviation from the German guidelines, was investigated.
The mechanical reprocessing as well as the sampling and subsequent microbiological control followed the guidelines of the Robert Koch Institute. A sample was to be rejected if either pathogenic microorganisms were detected or if, regardless of the germ, it was detectable in a quantity >1 Colony-forming unit/ml.
Of the 308 endoscopes tested, 16 samples were rejected (5.2%). In 5 cases, pathogenic microorganisms were detected, such as enterococci (4x) and greening streptococci (1x), indicating inadequate cleaning or disinfection, and pseudomonas (1x), indicating inadequate final rinsing or drying. The quantitative requirement was not met in 12 cases. The majority of these samples contained coagulase-negative staphylococci, indicating inadequate hand hygiene, drying or storage. The most common objectionable samples were the liquid samples. In particular, the working channel irrigation fluid (10x) and the optical irrigation system irrigation fluid (9x) were contaminated. Contrary to most previously published studies, no differences were found between endoscope types. However, rented endoscopes, which were all tested prior to their first use, showed a significantly higher rate of complaints, despite double reprocessing (p = 0.0053). With regard to hygiene- relevant germs and the main occurrence of germs in fluid samples, the following points are important: good brush cleaning to reduce biofilm and regular staff training with a focus on the specifics of the individual endoscope types. The main problem in this random sample study was skin and environmental germs, indicating inadequate drying, hand hygiene or handling of the endoscope after mechanical reprocessing. Therefore, the focus should be on proper hand disinfection in the routine and adequate drying of the endoscopes, e.g. by extending this step in the washer- disinfector or by drying the channels with compressed air. Further research should be conducted to determine to what extent storage cabinets with a special drying system can help prevent recontamination. The high rate of relevant contamination in the rental units was surprising. Due to the different sample selection of the loaned devices and the in- house endoscopes (all loaned devices vs. samples of the in- house devices according to guideline), a bias cannot be ruled out. Insufficient drying and storage can be discussed as possible causes of the complaint. The infrequent use of loaned devices and the fact that they are transported in closed cases can lead to increased drying and the formation of a biofilm, which makes subsequent reprocessing more difficult and sometimes ineffective. Possible colonization of the transport case or micro- lesions on the exterior of the loaned device caused by transport would also be causes of contamination to be considered. It can be seen that loaned devices should be handled with more care and that a double processing does not provide any advantage in terms of germ reduction compared to a single processing
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