Sufficiency aims to achieve a state in which overconsumption and overproduction are reduced to ensure that ecological limits are not exceeded, while underconsumption is also reduced to provide an adequate social foundation for everyone. Due to its potential to enable the achievement of several ecological and social goals, sufficiency is labelled a 'multi-solving strategy'. This thesis focuses on the potential of sufficiency to reduce greenhouse gas emissions and limit energy consumption.
For sufficiency to contribute as much as possible to achieving these goals, it must extend beyond individual behavioural changes and lifestyle issues. Only politically designed framework conditions, such as infrastructure and incentives, can ensure a reliable transition towards sustainable energy and resource use on a large scale within society and the economy, thereby changing social practices. However, the current framework conditions are not oriented towards sufficiency, and only a few examples of ambitious sufficiency policy instruments have been implemented to date.
This thesis concentrates on the intersection of energy sufficiency potentials and policy instruments. Firstly, quantitative sufficiency saving potentials are required at the level of energy services and explicit saving measures in order to integrate sufficiency in models and scenarios. These guide policy-making, but are currently strongly biased towards energy-intensive variants. Secondly, a systematic inventory and analysis of sufficiency policy instruments are required to assess the current state of sufficiency in politics, to explore the variety of proposed instruments and to compare the feasibility of those already implemented, planned or proposed.
The overarching research question of this dissertation is: ‘What are potentials of sufficiency to reduce energy demand directly and indirectly and what instruments can be used to implement it politically?’. This thesis contributes to answering this overarching research question on the basis of five individual research questions, each of which is answered in a separate research article. The methods applied span systematic literature reviews, text coding, data extraction, categorisation, harmonisation and clustering, and impact chain analyses based on expert consultations, as well as the design and set-up of different databases. These methods address a major gap in research, namely the lack of structured evidence of sufficiency potentials and policy instruments.
The key results with a view to sufficiency potentials are that, according to scenario studies, the food sector has the greatest relative potential for reducing energy service levels (-60 %) with regard to the key indicators 'meat consumption per capita per day' and 'food waste per capita per year'. The systematic literature review shows that measures lowering per capita floor area have the highest absolute saving potential, with an estimated reduction in energy consumption of up to 150 TWh/a. Data gaps on quantified saving potentials were identified for regional economies, local production, product labelling, and specific saving potentials in the mobility, industry/production, and food sectors.
With regard to sufficiency policy instruments, the main finding is that these instruments have played a minor role in the decarbonisation policies of EU Member States to date, but they enjoy high approval rates and are frequently recommended, particularly regulatory instruments, by Citizen Assemblies with well-informed participants. A comparison of the National Energy and Climate Plans (NECPs) of eight EU Member States with the climate change recommendations of their Citizen Assemblies (CAs) revealed that the CAs' recommendations have a sufficiency share of 39 %, whereas the NECPs' sufficiency share is significantly lower at an average of 8 %. In terms of feasibility, the results with a view to individual policy instruments are highly specific. At the policy target level, the two strategies 'promotion of active modes' and 'reduce motorised individual transport' pose the fewest risks because they are often not costly, labour-intensive or material-intensive.
This dissertation advances the research field by providing a comprehensive and comparative view of sufficiency policy options. It achieves this by combining quantified sufficiency potentials with analyses of existing, planned, and proposed policy instruments, and by assessing their feasibility. The structured and harmonised data provided by the sufficiency saving potentials and sufficiency policy instrument data collections – the first systematic collections in their field – makes this knowledge visible and usable.Überproduktion reduziert sind, um sicherzustellen, dass keine ökologischen Grenzen überschritten werden. Gleichzeitig soll „Unterkonsum“ reduziert werden, um angemessene Lebensgrundlagen für alle zu schaffen. Aufgrund ihres Potenzials, die Erreichung mehrerer ökologischer und sozialer Ziele möglich zu machen, wird Suffizienz auch als „multiple Lösungsstrategie“ bezeichnet. Die vorliegende Arbeit konzentriert sich auf das Potenzial von Suffizienz, Treibhausgasemissionen zu reduzieren und den Energieverbrauch zu senken.
Um den größtmöglichen Beitrag zur Erreichung dieser Ziele zu leisten, muss Suffizienz über individuelle Verhaltensänderungen und Lebensstilfragen hinausgehen. Nur politisch gestaltete Rahmenbedingungen wie Infrastrukturen und Anreize können den umfassenden Übergang zu einer nachhaltigen Energie- und Ressourcennutzung in Gesellschaft und Wirtschaft verlässlich gewährleisten und somit soziale Praktiken verändern. Die derzeitigen Rahmenbedingungen sind jedoch nicht auf Suffizienz ausgerichtet und bislang wurden nur wenige ehrgeizige Suffizienzpolitikinstrumente umgesetzt.
Der Fokus der Arbeit liegt an der Schnittstelle zwischen Energiesuffizienzpotenzialen und Politikinstrumenten. Zum einen werden quantitative Suffizienz-Einsparpotenziale auf der Ebene von Energiedienstleistungen und expliziten Einsparmaßnahmen benötigt, um Suffizienz in Modelle und Szenarien zu integrieren. Diese leiten die politische Entscheidungsfindung, sind allerdings derzeit stark auf energieintensive Varianten ausgerichtet. Zum anderen ist eine systematische Bestandsaufnahme und Analyse von Suffizienz-Politikinstrumenten erforderlich, um den Status Quo von Suffizienz in der Politik zu bestimmen, die vielfältigen vorgeschlagenen Instrumente zu untersuchen und die Machbarkeit der bereits umgesetzten, geplanten oder vorgeschlagenen Instrumente zu bewerten.
Die übergreifende Forschungsfrage dieser Dissertation lautet: „Welche Potenziale hat Suffizienz zur direkten und indirekten Senkung des Energiebedarfs und mit welchen Instrumenten kann sie politisch umgesetzt werden?“. Die vorliegende Arbeit trägt durch die Beantwortung von fünf Forschungsfragen, die jeweils in einem eigenen Forschungsartikel behandelt werden, zur Beantwortung der übergreifenden Forschungsfrage bei. Dabei kommen folgende Methoden zum Einsatz: systematische Literaturrecherche, Textkodierung, Datenextraktion, Kategorisierung, Harmonisierung und Clustering, Wirkungskettenanalysen auf der Grundlage von Expertengesprächen sowie die Konzeption und der Aufbau verschiedener Datenbanken. Mit diesen Methoden wird die bedeutsame Forschungslücke des Mangels an strukturiertem Fachwissen über Suffizienzpotenziale und Politikinstrumente adressiert.
Die wichtigsten Ergebnisse hinsichtlich der Suffizienzpotenziale sind: Der Ernährungssektor
hat laut Szenariostudien das größte relative Potenzial zur Verringerung der Energiedienstleistungsniveaus (-60 %) in Bezug auf die Schlüsselindikatoren „Fleischverbrauch pro Kopf und Tag“ sowie „Lebensmittelabfälle pro Kopf und Jahr“. Die systematische Literaturauswertung zeigt, dass Maßnahmen zur Verringerung der Pro-Kopf- Wohnfläche das höchste absolute Einsparpotenzial haben. Eine Verringerung des Energieverbrauchs von bis zu 150 TWh/Jahr wird dafür abgeschätzt. Datenlücken zu quantifizierten Einsparpotenzialen wurden in Bezug auf die Bereiche regionale Wirtschaft, lokale Produktion, Produktkennzeichnung sowie spezifische Einsparpotenziale in den Sektoren Mobilität, Industrie/Produktion und Ernährung identifiziert.
In Bezug auf Suffizienz-Politikinstrumente ist die wichtigste Erkenntnis, dass diese Instrumente in der Klimaschutzpolitik der EU-Mitgliedstaaten bisher eine geringe Rolle spielen, jedoch hohe Zustimmungsraten in Bürgerräten mit gut informierten Teilnehmenden genießen und von diesen häufig vorgeschlagen werden, insbesondere regulatorische Instrumente. Ein Vergleich der Nationalen Energie- und Klimapläne (NECP) von acht EU-Mitgliedstaaten mit den Klimaschutzempfehlungen ihrer Bürgerräte ergab, dass die Empfehlungen der Bürgerräte einen Suffizienzanteil von 39 Prozent aufweisen, während der Suffizienzanteil der NECP mit durchschnittlich acht Prozent deutlich geringer ausfällt. Was die Machbarkeit betrifft, so sind die Ergebnisse für die einzelnen Politikinstrumente sehr spezifisch. Auf Ebene der politischen Ziele bergen die Strategien „Förderung aktiver Mobilität” und „Verringerung des motorisierten Individualverkehrs” die geringsten Risiken, da sie in der Regel nicht kostspielig, arbeits- oder materialintensiv sind.
Diese Dissertation trägt durch ihren umfassenden und vergleichenden Blick auf Optionen der Suffizienzpolitik zur Weiterentwicklung des Forschungsfeldes bei. Dies wird durch die Kombination von quantifizierten Suffizienzpotenzialen mit Analysen bestehender, geplanter und vorgeschlagener Politikinstrumente und deren Bewertung hinsichtlich ihrer Machbarkeit erreicht. Die strukturierten und harmonisierten Daten der Datenbanken zu Suffizienzeinsparpotenzialen und Suffizienzpolitikinstrumenten – die ersten systematischen Zusammenstellungen in diesem Bereich – machen dieses Wissen sichtbar und nutzbar
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