Evaluation und Vergleich therapeutischer Angebote in der stationären psychosomatischen Behandlung mittels des Stundenbogens- ein Überblick

Abstract

• Hintergrund und Ziele: In einer umfangreichen retrospektiven Studie des Forschungsbereichs für angewandte Bewusstseinswissenschaften in der Abteilung für Psychosomatische Medizin der Universitätsklinik Regensburg werden in Kooperation mit den Heiligenfeld Kliniken in Bad Kissingen Befindlichkeitsveränderungen nach bestimmten Therapien mittels eines Fragebogens (BVV-18) abgebildet und mögliche Zusammenhänge zwischen der Bewertung der Befindlichkeitsveränderung und personenbezogener Daten erforscht. Weiterhin gilt es den Stundenbogen (BVV-18), welcher in dieser Arbeit zum ersten Mal Anwendung findet, auf statistische Güte hin zu überprüfen. • Methoden: Die Datengewinnung aus der Fragebogenbewertung erstreckt sich über einen Zeitraum von ca. einem Jahr (Anfang bis Ende 2013). Evaluiert werden Kreativ-Therapien, körperorientierte Verfahren und weitere Angebote der Heiligenfeldkliniken in Bad Kissingen. Alle untersuchten Therapien werden als Gruppentherapien abgehalten und bilden zentrale Elemente des psychosomatischen Behandlungsaufenthalts in Heiligenfeld. Um Unterschiede in der Bewertung erklären zu können, werden die Daten des Fragebogens mit personenbezogenen Daten des jeweiligen Patienten verknüpft. Aus den ursprünglich 1526 Fragebögen verbleiben nach der Verknüpfung mit den Patientendaten 680 Fälle. Die Faktoren- und Reliabilitätsanalyse des BVV-18 erfolgt mittels des kompletten Datensatzes, alle weiterführenden Untersuchungen werden am gepaarten Datensatz durchgeführt. • Ergebnisse: Mittels der Faktorenanalyse wird der BVV-18 auf insgesamt vier Faktoren reduziert, wobei die letzten beiden Fragen des Stundenbogens jeweils eigene Faktoren bilden. Die Fragen eins bis neun sind demzufolge in zwei Faktoren zusammenzufassen und sollen die allgemeinen- und körperlichen Befindlichkeitsveränderungen repräsentieren. Die Reliabilitätsanalyse ergibt für die ersten 10 Items des Stundenbogens, Cronbachs Alpha von .905. Die folgende explorative Datenanalyse mit Mittelwertvergleichen ergibt für die jeweiligen Faktoren insgesamt nur eine geringe Zahl signifikanter Unterschiede. Für Faktor 1- Allgemeine Befindlichkeitsveränderungen ergeben sich keine signifikanten Mittelwertunterschiede beim Vergleich der Therapien untereinander. Faktor 2 – Körperliche Befindlichkeitsveränderungen lieferte hauptsächlich signifikante Mittelwertunterschiede beim Vergleich des Therapeutischen Reitens mit anderen Therapien. Hier stellt sich das Therapeutische Reiten jeweils als die besser bewertete Therapie dar. Ähnlich verhält es sich für Fragen 10 (Bewertung des Kontakts zum Therapeuten) und 11 (Bewertung der Einbringung ins Geschehen). Das für die Regressionsanalyse verwendete Modell liefert für die jeweiligen Faktoren nur einen jeweils geringen Beitrag zur Erklärung der Varianzen (8.8-15%). Hier kristallisiert sich heraus, dass hauptsächlich die Teilnahme an den verschiedenen Therapien zu Unterschieden in der Bewertung des Befindlichkeitsfragebogens führt. Weiterhin zeigen sich bessere Bewertungen der Befindlichkeitsveränderung einzelner Faktoren mit steigendem Lebensalter, sowie das weibliche Patientengut betreffend. Ein niedrigerer Schulabschluss ist ebenfalls mit einer besseren Bewertung der Befindlichkeitsveränderungen (für allgemeine Befindlichkeitsveränderungen, Kontakt zum Therapeuten und Einbringung ins Geschehen) assoziiert. Der erhoffte Effekt verschiedener Diagnosen auf die Bewertung der Befindlichkeitsveränderungen lässt sich größtenteils nicht signifikant nachweisen. Lediglich bewerteten Patienten mit Angststörung die Einbringung ins Geschehen im Vergleich zur Referenzvariablen schlechter. Inwiefern man sich die differentiellen Unterschiede zur Erstellung eines Wirksamkeitsangebots zu Nutzen machen kann, muss im Zuge weiterer Studien untersucht werden

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Last time updated on 24/08/2025

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