Die Bedeutung der Geomorphologie bei der Klassifikation von Fließgewässern
- Publication date
- 2024
- Publisher
Abstract
Fließgewässerklassifikationen nach dem Klima, der Topographie, der Geologie und der Landbedeckung sind grundlegend für den Erkenntnisgewinn und konsekutiv für Renaturierungen. Es stellt sich die Frage, ob die Geomorphologie des Einzugsgebiets als Resultat der zeitvarianten Morphogenese mit abgebildet wird.Die Skanden und die Böhmische Masse, zwei geologisch vergleichbare Gebiete mit glazialer bzw. non-glazialer Landschaftsgeschichte, wurden auf zwei Skalen verglichen. Dazu wurden die Gewässer auf regionaler Ebene anhand von Geodaten (EU-Hydro, EU-DEM, E-OBS, IGME-5000, Corine-Land-Cover) mithilfe eines semiautomatischen Modells klassifiziert. Aus diesen klassifizierten Fließgewässern wurde unter Berücksichtigung der Bevölkerungsdichte, des Gewässerkontinuums, des Abflussursprungs und des ökologischen Zustandes vier vergleichbar klassifizierte, lokale Fließgewässer und deren Einzugsgebiete gewählt. Für beide Skalen wurden geomorphometrische Parameter abgeleitet und verglichen. Die lokalen Einzugsgebiete wurden mithilfe von digitalen Geländemodellen morphologisch kartiert.Der Vergleich zeigt Unterschiede in der regionalen und lokalen Geomorphologie. Dies wird regional durch das Gerinnemuster, die Sinuosität, die Hangexposition und die hypsometrische Kurve belegt. Lokal sind die Unterschiede die glazialen Reliefformen und die höhere Formenvielfalt in den skandischen Einzugsgebieten sowie die tief eingeschnittenen, fluvialen Täler der Böhmischen Masse. Einige geomorphometrische Parameter sind zwischen der lokalen und regionalen Skala invers. Einzugsgebiete ähnlich klassifizierter Fließgewässer können daher geomorphologisch different sein.Es ist unklar, ob Gewässerklassifikationen, die geomorphometrische und/oder zeitvariante Parameter einbeziehen, ebenfalls zu einer unterschiedlichen Morphologie führen würden. Im Kontext sich ändernder Umweltbedingungen könnte die integrierte Betrachtung von Einzugsgebieten bei Planungen zu resilienteren Fließgewässern führen.River classifications by climate, topography, geology and land cover are fundamental for gaining knowledge and consecutively for restoration. The question is whether the geomorphology of the catchment area is also mapped as a result of time-varying morphogenesis.The Scandes and the Bohemian Massif, two geologically comparable areas with glacial and non-glacial landscape histories, were compared at two scales. Therefore, watercourses were classified on a regional level using geodata (EU-Hydro, EU-DEM, E-OBS, IGME-5000, Corine-Land-Cover) with the help of a semi-automatic model. Four comparably classified local watercourses and their catchment areas were selected from these classified watercourses, taking into account population density, watercourse continuum, discharge origin and ecological status. Furthermore, geomorphometric parameters were derived and compared for both scales. The local catchment areas were morphologically mapped using digital terrain models.The comparison shows differences in the regional and local geomorphology. This is evidenced regionally by the channel pattern, sinuosity, slope exposure and the hypsometric curve. Locally, the differences are the glacial relief forms and the higher diversity of forms in the Scandian catchment areas and on the other side the deeply incised, fluvial valleys of the Bohemian Massif. Some geomorphometric parameters are inverse between the local and regional scale. Catchments of similarly classified rivers can therefore be geomorphologically different.It is unclear whether river classifications that include geomorphometric and/or time-varying parameters would also result in different morphologies. In the context of changing environmental conditions, the integrated consideration of catchment areas in planning could lead to more resilient watercourses.verfasst von Jakob PfeifferMasterarbeit Universität für Bodenkultur Wien 2024Mit englischer Zusammenfassun