CORP – Competence Center of Urban and Regional Planning
Doi
Abstract
Um die Herausforderungen in den Bereichen Mobilität, Stadtentwicklung, Umweltüberwachung und Klimawandel zu bewältigen, brauchen Städte und Gemeinden eine Vielzahl an räumlichen (Geo-) Informationen. Dafür müssen Daten gesammelt, bearbeitet und ausgewertet werden, damit Planer daraus Maßnahmen ableiten und politische Entscheidungen besser und transparenter getroffen werden können. Oft wird in diesem Zusammenhang der Wunsch nach einem sogenannten Urbanen Digitalen Zwilling (UDZ) laut – also einem digitalen Abbild der Stadt. Allerdings stoßen vor allem kleine und mittlere Städte schnell an ihre Grenzen, wenn es darum geht, ein solches digitales Modell ihres Gebiets zu erstellen.Am Beispiel Landsberg am Lech wurde im Rahmen des mFUND-Forschungsprojektes “TwinCity3D” ein “Digitaler Zwilling” für Stadtplanungsaufgaben wie obenerarbeitet. Mit Hilfe einer neuen Technologie zur kostengünstige Geodatenerfassung aus der Luft wurden eine Vielzahl an raum-zeitlichen Geoinformationen erfasst und mittels KI-Verfahren ausgewertet. Zur Datenanalyse werden KI-basierte Algorithmen entwickelt, um das Potenzial dieser “bigdata”-Datenquellen vollumfänglich nutzen zu können. Mutitemporale und multispektrale Luftbildbilddaten bieten ein Informationspotenzial, das bisher Klein- und Mittelstädten nicht zur Verfügung stand. Planerische Fragestellungen wie „Wie viel Fläche nimmt der oberirdisch ruhende Verkehr ein?“, „Wo befinden sich Hitzeinseln innerhalb des Stadtgebietes?“ bis hin zu „Wie hoch ist das Grünvolumen im Stadtgebiet und wie verändert sich dieses?“ lassen sich zukünftig durch den Einsatz der entwickelten Analysemethoden flächendeckend auswerten. Am Beispiel der Förderung umweltfreundlicher Mobilität wird das Potenzial dieser neuen Technologien in diesem Beitrag präsentiert.Im Zuge einer nachhaltigen Stadtentwicklung stellt der Ausbau von Fahrradwegen eine zentrale Maßnahme zur Förderung umweltfreundlicher Mobilität dar. Dieser Ausbau führt jedoch zu Nutzungskonflikten im städtischen Raum: Einerseits könnten Parkplätze reduziert werden, andererseits droht der Verlust von Grünflächen wie Grünstreifen und Alleen. Angesichts der fortschreitenden Klimaerwärmung ist der Erhalt und Ausbau des Baumbestands jedoch essenziell, da Bäume zur Abkühlung des zunehmend überhitzten Straßenraums beitragen und das Mikroklima verbessern. Die Herausforderung besteht darin, eine Balance zwischen nachhaltiger Mobilität und urbaner Klimaanpassung zu finden. Innovative, integrative Planungskonzepte sind gefragt, die sowohl den Radverkehr fördern als auch den Erhalt von Stadtgrün sicherstellen.Eine 3D-Visualisierung der Analysen im digitalen Zwilling verbessert die Kommunikation zwischen Verwaltung und Mitgliedern des Stadtrates, erhöhtin der Folge die Transparenz im Rahmen der Vorbereitung von politischen Entscheidungen, so dass letztendlich die gesamte Stadtbevölkerung profitieren kann
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