Lehm selbst ist ein Baustoff mit zahlreichen Vorteilen (diffusionsoffen, wiederverwendbar, hohe Verfügbarkeit, geringe graue Emissionen, guter Schallschutz und hohe Dauerhaftigkeit bei fachgerechtem Einsatz), aber auch Grenzen in der Anwendbarkeit, die sich aus Schwund, begrenzter Lastaufnahme und hoher Wärmeleitfähigkeit (und damit geringer Wärmedämmwirkung) ergeben. Aus Lehm und damit aus Boden Wandbaustoff zu fertigen, funktioniert sowohl im Bereich des Trockenausbaus (Lehmbauplatten, Lehmputz) als auch des tragendes Mauerwerks sehr gut und gewinnt durch die kürzlich eingeführten Normen an neuem Aufschwung. Die tragende Stampflehmbauweise mit lokal ausgehobenem Material ist bedingt durch den hohen handwerklichen Aufwand bei gleichzeitigem Fachkräftemangel und erforderlichen Zustimmung im Einzelfall oder vorhabensbezogener Bauartgenehmigung kosten- und zeitintensiv. Dabei bringt sie bauphysikalisch und ökologisch häufig signifikante Vorteile im Vergleich zu konventionellen Bauweisen mit sich. Dieser Beitrag stellt daher anhand einer ausführlichen Literaturrecherche und eigenen Versuchen den Stand der Technik industrieller Lehmbaustoffe dar. Fokus des Beitrags liegt auf Möglichkeiten, die Stampflehmbauweise zu neuer und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit zu bringen
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