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Three Essays on Anti-Corruption Legislation and Reform

By Mathias Nell

Abstract

In Section I disadvantages are identified that traditional measures as repression, prevention and transparency inhere in and that put their clout for the fight against corruption in question. Against this background, three novel anti-corruption approaches are developed. Their conception is motivated by the fact that bribe agreements are particularly characterized by a high risk of opportunism. Double-dealing, whistle-blowing and extortion are uncertainties that corrupt actors are in many cases exposed to. Legislation has to account for this in order to avoid being abused for the enforcement of bribe agreements. What is more, legislation can also take advantage of these chinks to fight corruption effectively. In Section II it is demonstrated in a formal-theoretical manner how the instrument of a voluntary disclosure program can be applied strategically to break the pact of silence between a bribe-taker and a bribe-giver and to simultaneously further opportunism. It is shown that a bribe-taker should be penalized less for taking bribes and more for reciprocating a bribe. Accordingly, leniency should be conceded to a bribe-taker only if he reports his misconduct after having obtained a bribe. Likewise, it is pointed out that a bribe-giver should be punished for giving a bribe, but not for accepting the bribe-taker’s reciprocity. Self-reporting should result in leniency only if a bribe-giver was successful in obtaining the requested favor. Ultimately it is stated that leniency itself can become the biggest deterrence for corrupt actors. The formal-theoretical findings in Section III result in policy recommendations for voluntary disclosure programs. For this purpose the Turkish Penal Code and the provisions of the United Nations Convention against Corruption (UNCAC) are used as benchmarks. In addition, the respective legal provisions from 56 countries are studied. The cross-section analysis suggests that the elements of active and passive bribery are largely part of penal codes, in stark contrast to voluntary disclosure programs. Less than half of the 56 countries make use of this instrument, and even only three do so for passive bribery. The cross-section analysis therefore shows significant deficits in the implementation but also in the design of voluntary disclosure programs. In contrast to the preceding sections, Section IV is devoted to civil law and its function for preventing corruption. Particularly, nullity and voidability of contracts induced by means of bribery are analyzed. It is stated that both nullity and voidability run counter to effective anti-corruption. Therefore, it is argued that contracts induced by means of bribery should be valid. Furthermore, it is expounded that other (civil law) instruments are more suitable for preventing corruption. Section V concludes.In Kapitel I werden Nachteile aufgezeigt, die traditionellen Maßnahmen wie Repression, Prävention und Transparenz innewohnen und die deren Schlagkraft für die Korruptionsbekämpfung in Frage stellen. Vor diesem Hintergrund werden drei neue Antikorruptionsansätze entwickelt. Die Konzeption dieser ist motiviert dadurch, dass Schmiergeldvereinbarungen insbesondere durch ein hohes Risiko an Opportunismus gekennzeichnet sind. Betrug, Verrat und Erpressung sind Unsicherheiten, denen korrupte Akteure vielfach ausgesetzt sind. Dies muss die Gesetzgebung berücksichtigen, um nicht zum Zweck der Durchsetzung von Schmiergeldvereinbarungen missbraucht zu werden. Andererseits kann sie sich diesen Schwachpunkt zunutze machen, um Korruption wirkungsvoll zu bekämpfen. In Kapitel II wird in formal-theoretischer Weise dargelegt, wie das Instrument der kodifizierten strafmildernden Selbstanzeige strategisch eingesetzt werden kann, um den Pakt des Schweigens zischen (Bestechungs-) Nehmer und Geber aufzubrechen und gleichzeitig gezielt opportunistisches Verhalten zu fördern. Es wird gezeigt, dass ein (Bestechungs-) Nehmer weniger für die Annahme eines Bestechungsgeldes als für die Erbringung der hierfür geforderten Gegenleistung bestraft werden sollte. Strafmilderung sollte einem Nehmer demgemäß nur dann gewährt werden, wenn dieser sein Vergehen nach Annahme des unrechtmäßigen Vorteils zur Anzeige bringt. Ebenso wird veranschaulicht, dass ein (Bestechungs-) Geber für das Gewähren eines Bestechungsgeldes aber nicht für die Annahme der von ihm hierfür geforderten Gegenleistung bestraft werden sollte. Die Selbstanzeige sollte nur dann zur Strafmilderung führen, wenn der Geber die von ihm geforderte Gegenleistung erhalten hat. Letztlich wird konstatiert, dass die Strafmilderung selbst zur größten Abschreckung für korrupte Akteure werden kann. Die formal-theoretischen Ergebnisse münden in Kapitel III in Politikempfehlungen für das Instrument der kodifizierten strafmildernden Selbstanzeige. Bezugspunkt hierfür sind auch einerseits die Bestimmungen des türkischen Strafgesetzbuches, andererseits jene der United Nations Convention against Corruption (UNCAC). Zudem werden in Kapitel III die entsprechenden Rechtsvorschriften aus 56 Ländern untersucht. Die Querschnittsanalyse legt die Vermutung nahe, dass der Tatbestand der aktiven und passiven Bestechung weitgehend strafrechtlich verankert ist, in starkem Kontrast zum Instrument der kodifizierten strafmildernden Selbstanzeige. Weniger als die Hälfte der 56 Länder macht Gebrauch von diesem Instrument. Nur drei sogar für die passive Bestechung. Die Querschnittsanalyse zeigt demnach erhebliche Defizite in der Anwendung aber auch in der Ausgestaltung des Instruments der kodifizierten strafmildernden Selbstanzeige auf. Kapitel IV widmet sich im Gegensatz zu den vorangehenden Kapiteln dem Zivilrecht und seiner Funktion für die Korruptionsprävention. Insbesondere werden die Nichtigkeit und die schwebende Unwirksamkeit von auf Schmiergeldvereinbarungen beruhenden (Haupt-) Verträgen untersucht. Es wird konstatiert, dass sowohl die Nichtigkeit und die schwebende Unwirksamkeit einer zielgerechten Korruptionsbekämpfung entgegenstehen und Verträge, die auf einer Schmiergeldvereinbarung beruhen, demnach gültig oder lediglich teilnichtig sein sollten. Es wird ferner dargelegt, dass andere (zivilrechtliche) Instrumente für die Korruptionsprävention geeigneter sind. Kapitel V schließt die Arbeit ab

Topics: Korruption, Selbstanzeige, Verträge, Nichtigkeit, Schwebende Unwirksamkeit, Gültigkeit, ddc:330
Year: 2008
OAI identifier: oai:kobv.de-opus4-uni-passau:91

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