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Reduzierte Bodenbearbeitung im Ökolandbau - Eine erfahrungswissenschaftliche Analyse österreichischer Ackerbaubetriebe

By Jannis Zentler

Abstract

Diese Untersuchung befasst sich mit Erfahrungswissen von langjährigen Praktikern einer reduzierten Bodenbearbeitung in der Ökologischen Landwirtschaft. Es wurden 13 qualitative Interviews mit österreichischen Ackerbauern geführt, welche ihre Bodenbearbeitungsintensität reduziert haben. Fragebogen und Feldforschungstagebuch ergänzten die methodische Herangehensweise. Die Fragestellungen zielten auf die Praktikabilität pflugloser Systeme und fragten nach deren Schluesselfaktoren, insbesondere nach der Bedeutung der Kulturartenauswahl und des Fruchtfolgemanagements. \ud Als zentrale Herausforderungen während der Umstellungszeit wurden sowohl Anpassungsprobleme des Bodens in Verbindung mit der standort- und systemangepassten Kulturartenauswahl als auch des Bewirtschafters genannt. Diese kamen in Bearbeitungsfehlern und damit verbundenen Mindererträgen zum Ausdruck. Investitionskosten für die neue Technik wirkten sich vor allem auf die kurzfristige ökonomische Situation aus. Ein zunehmender Beikrautdruck aufgrund von Pflugverzicht kann nicht eindeutig bestätigt werden. Als erster Erfolgsfaktor wurde von den Landwirten der richtige Zeitpunkt der Bodenbearbeitung, in Abhängigkeit vom Bodenzustand genannt. Ein weiterer Schlüsselfaktor ist eine Technik, welche präzise und ganzflächige Bearbeitung ermöglicht. Bezüglich Fruchtfolge ist ein Kompromiss, zwischen Fruchtfolgeregeln und dem ‚am Boden orientierten Anbau’ in der jährlichen Kulturartenwahl zu finden. Neben den Pioniertugenden Kreativität, Durchhaltevermögen und Nervenstärke sind Ausbildung im Bereich der Bodenfruchtbarkeit und eine gute Beobachtungsgabe entscheidende Qualifikationen der Betriebsleiter. In fünf der 13 analysierten Betriebe wird noch ein Wendepflug eingesetzt. Die Gründe dafür sind Probleme mit Residuen bei Mais- und Zweitkulturanbau (z.B. Buchweizen) in den Trockengebieten Österreichs (450mm) bzw. eine nicht standortgerechte Kulturartenauswahl. Die Reduktion der Bodenbearbeitungsintensität ist daher in allen Regionen Österreichs möglich, wenn die Fruchtfolge entsprechend angepasst wird und acker- und pflanzenbauliche Grundregeln eingehalten werden.\u

Topics: Soil tillage
Year: 2011
OAI identifier: oai:orgprints.org:17700
Provided by: Organic Eprints

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