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Untersuchung der vertikalen Bodenreaktionskräfte im Verlauf der Behandlung mit extrakorporaler Stosswellentherapie beim symptomatischen Fersensporn

By Nick Albus

Abstract

Die Fasciitis plantaris ist eine schmerzhafte Entzündung des Ursprungs der Plantaraponeurose. Zur Behandlung stehen konservative Behandlungsfor-men, eine operative Sanierung und die Behandlung mit Extrakorporaler-Stosswellentherapie (ESWT) zur Verfügung. Die ESWT gilt bisher nicht als anerkanntes Therapieverfahren aufgrund methodischer Mängel der bisher durchgeführten Studien. Die Ganganalyse gilt als anerkanntes objektives Messverfahren zur Be-schreibung von Gangbildveränderungen. Über 2 Kraftmesswagen, die sich unter einem Laufband befinden, können getrennt für jeden Fuß, vertikale, anterior-posteriore sowie medio-laterale Schubkräfte, die beim Abrollvor-gang bzw. der Bodenreaktion entstehen, erfasst werden. Für die Untersu-chung einer einseitigen Fasciitis plantaris eignet sich am besten die vertika-le Kraftableitung. Diese beschreibt im Normalfall eine \u84M\u93-förmige Kurve mit 3 Extrempunkten (2 Hochpunkten und einem dazwischen befindlichen Tief-punkt) während der Bodenreaktion. Bei Patienten mit einseitiger Fasciitis plantaris zeigt die vertikale Kraftableitung des betroffenen Fußes eine Ver-änderung hin zu einer \u84bogen\u93-förmigen Kurve. In der hier vorliegenden Arbeit soll mit Hilfe der Ganganalyse eine mögliche Gangbildveränderung nach einer Therapie mit ESWT beschrieben werden. In einem weiteren Schritt sollte versucht werden, die Gangbildveränderung mit dem subjektiven Befinden zu vergleichen. Zum Untersuchungszeitpunkt wurde am Studienzentrum Marburg eine 2-armige, prospektive, randomisierte, einfachblinde und placebokontrollierte ESWT Studie durchgeführt. Aus dieser Studie wurde das Patientenkollektiv für die Ganganalyse gewonnen. Die ESWT-Studie hatte zum Ziel, bei Pati-enten mit chronischer, einseitiger Fasciitis plantaris, eine eindeutige Aussa-ge über die Wirksamkeit einer 3-maligen ESWT nach festgelegtem Schema mit Hilfe des Roles-Moudsley-Scores (RM-Score) zu treffen. Der RM-Score spiegelt das subjektive Schmerzereignis des Patienten in einem Punktwert von 1 (sehr gut), 2 (gut), 3 (befriedigend) bis 4 (schlecht) wieder. Der RM-Score wurde beim Einschluss in die ESWT-Studie vor Randomisie-rung und der ersten Behandlung sowie bei der 12 Wochen Nachuntersu-chung erhoben. In die ESWT Studie wurden nur Patienten mit einem Sco-rewert von 3 und 4 eingeschlossen. Bei den Nachuntersuchungen galt ein Scorewert von 2 oder 1 nach ESWT als Therapieerfolg. Ein Scorewert von 3 und 4 nach ESWT wurde als Therapieversager gewertet. Aus dem ESWT Studienkollektiv wurden 30 aufeinander folgende Patienten ganganalytisch untersucht, bevor sie randomisiert und der ESWT bzw. der Placebotherapie zugeführt wurden. Eine weitere Ganganalyse erfolgte bei der Nachuntersuchung, wo auch der zweite RM-Score erhoben wurde. Die 3 o.g. Extrempunkte, die bei der vertikalen Ganganalyse entstehen, wurden mit Hilfe der Varianz zu einem Wert zusammengefasst. Eine weite-re Varianz wurde bei der Nachuntersuchung berechnet. Ein Anstieg der Va-rianz wurde als Erfolg gewertet. Diese Werte wurden den jeweiligen RM-Score bei der Nachuntersuchung gegenübergestellt. Die Gegenüberstellung zeigte ausgeprägte Verbesserungen im Gangbild al-ler Patienten, die bei der Nachuntersuchung einen RM-Scorewert von 1-2 hatten. Bei den Patienten, mit einem RM-Scorewert von 3-4, ließen sich nur geringe Verbesserungen im Gangbild beobachten. Ein Zusammenhang zwischen Gangbildverbesserung und ESWT und feh-lender Gangbildveränderung bei Placebotherapie konnte nicht beschreiben werden. In der Diskussion der hier vorliegenden Arbeit wurde festgehalten, dass es nach beiden Therapieformen messbare Gangbildveränderungen gegeben hatte, diese aber nicht mit der gewählten Therapieform in Zusammenhang gebracht werden konnten. Vielmehr schien ein Zusammenhag zwischen Gangbildveränderung und subjektivem Schmerzereignis zu bestehen. Aufgrund dieser Erkenntnisse wurde die ESWT als ineffektive Therapieform bei Fasciitis plantaris eingestuft. Des Weiteren wurde die Frage aufgeworfen ob der RM-Score das subjekti-ve Schmerzereignis nicht zu ungenau abbildet. Über signifikante Änderungen des Gangbildes kann die hier vorliegende Arbeit keine Aussage treffen, da die Fallzahl dieser Pilot-Studie zu klein war

Topics: Entzündung ; Verlaufskontrolle ; Gaint analysis ; ESWT ; Laufband ; Fasciitis plantaris ; Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie ; Ganganalyse ; Bewegung ; Process control ; Medical sciences, Medicine, Entzündung -- Verlaufskontrolle -- Gaint analysis -- Medizin, Gesundheit -- ESWT -- Laufband -- Fasciitis plantaris -- Fasciitis plantaris -- Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie -- Ganganalyse -- Bewegung -- Process control, ddc:610
Publisher: Philipps-Universität Marburg, Medizin
Year: 2005
OAI identifier: oai:Archiv.UB.Uni-Marburg.de:04-z2005-0382

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