44 research outputs found

    Bildungsbenachteiligung im Ausnahmezustand: Ergebnisse einer Lehrkräftebefragung zur Verschärfung von Bildungsbenachteiligung im Lehren und Lernen auf Distanz

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    Die Corona-Pandemie scheint, so der bisherige gesellschaftliche und wissenschaftliche Konsens, zur Verschärfung von Bildungsungleichheit beizutragen. Dabei ist bisher wenig darĂĽber bekannt, wie die konkreten Bedingungen und Konsequenzen des Distanzlernens bestehende Benachteiligungsmechanismen verstärken. Dieser Beitrag zielt auf die Beantwortung der Frage, wie Bildungsbenachteiligungen von SchĂĽler*innen in sozioökonomisch benachteiligter Lage durch die Pandemiesituation verschärft werden, um auf dieser Grundlage Impulse fĂĽr beispielhaftes Lehrkräftehandeln zu geben. Zur Bearbeitung dieser Frage wurden Interviews mit Lehrkräften in sozioökonomisch benachteiligten (N = 12) sowie in privilegierten Settings (N = 4) gefĂĽhrt, transkribiert und inhaltsanalytisch ausgewertet. Die Daten wurden unter Bezugnahme auf Pierre Bourdieus Kapitaltheorie kategorisiert, um die empirischen Ergebnisse zu systematisieren und zu reflektieren. AbschlieĂźend werden anhand eines Fallbeispiels aus dem Interviewmaterial Handlungsoptionen aufgezeigt, die einer möglichen Verschärfung von Bildungsbenachteiligung entgegenwirken können

    Schulische Bildung in Zeiten der Pandemie: Befunde, Konzepte und Erfahrungen mit Blick auf Schul- und Unterrichtsorganisation, Bildungsgerechtigkeit und Lehrpraxis

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    Praxis, Forschung und Lehrer*innen-Bildung waren und sind durch die Corona-Pandemie mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert, die so unmittelbarer Bearbeitung bedürfen, dass momentan ein breites Nebeneinander von Befunden, Konzepten und Erfahrungen zum Lehren und Lernen im Ausnahmezustand existiert. Die vorliegende Einführung des PFLB-Themenheftes zu „schulischer Bildung in Zeiten der Pandemie“ leistet daher zunächst einen Überblick über aktuelle Corona-bedingte Entwicklungen im Bildungsbereich und arbeitet daraufhin die Bedeutung der Querschnittsthemen Digitalisierung und Didaktik für die Pandemiesituation heraus. Im Anschluss werden die einzelnen Beiträge des Heftes in Kürze vorgestellt, die in ihrer Summe eine sehr breite Sammlung von qualitativ und quantitativ ausgerichteten empirischen Studien, rekonstruktiven Analysen, theoriegeleiteten Erörterungen und praxisnahen Erfahrungsberichten darstellen. Dabei stehen die Themen Schul- und Unterrichtsorganisation, Bildungsgerechtigkeit und Lehrpraxis im Zentrum der hier versammelten Arbeiten. Der Text schließt mit einem Ausblick auf entsprechende Konsequenzen für die Lehrkräftebildung und -fortbildung und betont die Notwendigkeit phasenübergreifender Ansätze zur Verzahnung von Medien- und Fachkompetenzen, um Lernende individuell und umfassend zu fördern und Systeme und Prozesse des Lehrens und Lernens – besonders in Zeiten kollektiver Unsicherheit – auf Bildungsgerechtigkeit und -teilhabe auszurichten

    Incompetent competency-based education? The narrowed understanding of competency-based education and its consequences for teacher education and teacher training

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    Seit der Einführung verbindlicher Bildungsstandards in den Jahren 2004-2006 wird eine kontinuierliche Debatte um Kompetenzorientierung einerseits und Schülerinnen- und Schülerorientierung andererseits geführt. Begreift man das Prinzip der Kompetenzorientierung jedoch nicht als verkürzte Fokussierung eines kognitiven Leistungsbegriffs, sondern als Konzept zur individuellen Förderung, kann es an traditionelle Allgemeinbildungskonzepte anknüpfen und diese im Sinne differenzierter Lehr-Lern-Strategien bereichern. (DIPF/Orig.)The implementation of educational standards in the years 2004-2006 has sparked off an on-going debate about competency-based education on the one hand and student-orientation on the other. However, if the emphasis on competencies was not interpreted as a mere focus on cognitive learning outcomes, but rather as a concept for individual support, it could be positioned amongst traditional educational ideals, enriching them by adding differentiated strategies for teaching and learning. (DIPF/Orig.

    „Und das Schwierigste ist und bleibt halt, alleine zu lernen“: Eine explorative Untersuchung zum Lehren und Lernen auf Distanz in der Oberstufe

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    Der Beitrag zielt auf die explorative Bearbeitung zweier wenig beachteter Forschungsfelder im Rahmen der bildungsbezogenen Covid-19-Forschung: Zum einen soll er Aufschluss darüber geben, welche Potenziale und Herausforderungen der „Fernunterricht“ in der Oberstufe im Vergleich zu anderen Schulstufen und ‑formen birgt; damit verbunden steht zum anderen die Frage im Mittelpunkt, wie die Förderung von Autonomieerleben, Kompetenzerleben und sozialer Eingebundenheit über die Distanz dazu beitragen kann, den besonderen Bedingungen im „Fernunterricht“ der Oberstufe zu begegnen. Methodisch stützt sich der Beitrag auf Impulse aus einer Interviewstudie (N = 14) sowie aus einer detaillierten Analyse eines Fallbeispiels als Sonderfall im Datenmaterial. Die Interviews wurden – als Nachfolgeerhebung zu einer Befragung im April 2020 – zwischen April und Juni 2021 geführt und nach Anonymisierung und Transkription inhaltsanalytisch mithilfe des Programms MAXQDA ausgewertet. Aus dem Material wurden die Kategorien Selbstständigkeit, Corona-bedingte Unsicherheiten sowie Wissenschaftspropädeutik durch fachliches und überfachliches Lernen als Besonderheiten für den Distanzunterricht in der Oberstufe herausgearbeitet. Das Fallbeispiel wiederum zeigt als „practice example“ Möglichkeiten auf, diesen Besonderheiten durch Stärkung von Autonomieerleben, Kompetenzerleben und sozialer Eingebundenheit produktiv zu begegnen. The paper presents an exploratory study on two current research gaps within the context of Covid-19 educational research: On the one hand, the study aims to examine the potentials and challenges of “distance learning” at upper secondary school (Oberstufe) compared to other school forms and tracks. On the other hand, it focuses on investigating how fostering students’ autonomy, competence and relatedness through distance learning can help meet the special learning and teaching conditions at upper secondary school. Following a qualitative research design, the study analyses data from an interview study (N = 14) including an in-depth exploration of data material from a case study. Concerning the interviews, data stems from a follow-up survey conducted between April and June 2021. After anonymization and transcription, the data was analyzed using the MAXQDA program. From the material, the categories of self-regulated learning, Corona-related uncertainties, and science propaedeutics through subject-specific and interdisciplinary learning were worked out as special features concerning distance teaching and learning at the upper level of secondary school. Furthermore, the case study serves as a “practice example” and sheds information on the possibilities to productively work these peculiarities by strengthening autonomy, competence and relatedness

    From Teacher Training to Inclusive School Lessons – An Empirical Study on the Practical Applicability of the Didactic Model for Inclusive Teaching and Learning

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    Didaktische Modelle gelten als ein essenzieller Bestandteil der Professionalisierung schulischer Lehrkräfte. Unter ihnen fokussiert das "Didaktische Modell für inklusives Lehren und Lernen" (DiMiLL) als erste inklusionsorientierte Heuristik die Unterrichtsgestaltung in heterogenen Lerngruppen und dient sowohl der Vermittlung inklusionsdidaktischer Grundlagen in der ersten und zweiten Phase der Lehrkräftebildung als auch der Kontextualisierung und Konkretisierung individueller inklusionsorientierter Forschungsfragen. Der vorliegende Artikel skizziert die Inhalte des DiMiLL und stellt Ergebnisse einer empirischen Studie vor, die das Modell in die Praxis überführt und auf Anknüpfungspunkte im beruflichen Alltag einer Lehrkraft überprüft. Basierend auf Befragungen von Studierenden, Lehrkräften und Referendar*innen (N = 246) wird das Konstrukt Praxistauglichkeit operationalisiert und Aufgabenbereiche in der Gestaltung von Inklusion in Schule und Unterricht werden differenziert. Die Ergebnisse zeigen, in welchen dieser Bereiche didaktische Modelle die Umsetzung schulischer Inklusion stärken können und wo ihre Grenzen liegen, womit auch die Einsatzmöglichkeiten didaktischer Modelle in der Qualifizierung für Inklusion konkretisiert werden. (DIPF/Verlag)Didactic models are considered an essential part of the professionalization of schoolteachers. Among them, the Didactic Model for Inclusive Teaching and Learning (DiMiLL) focuses on how to teach heterogeneous learning groups. As a theoretical framework, it aims to convey the principles of inclusion-oriented didactics in the first and second phases of teacher training, as well as to contextualize and specify individual, inclusion-oriented research questions. This article outlines the content of the DiMiLL and presents an empirical study that transfers the model into practice and identifies potential areas of practical application. A test instrument was developed through which trainee teachers assessed the practical applicability of the DiMiLL. First, the construct of practical applicability was operationalized through an explorative pre-study (N = 103), taking different perspectives of university students, teachers and trainee teachers into account. Based on this, a standardized test instrument for measuring the practical applicability of the DiMiLL was designed and evaluated by a pre-test (N = 71). Finally, this instrument was applied in a survey among trainee teachers in Berlin (N = 72). The results show in which work areas of teachers the DiMiLL can strengthen the implementation of inclusive school education and where its limits might be

    Schüler*innen – Studierende – Inklusion. Orientierungen auf dem Weg zu differenzsensibler Lehrer*innenbildung?

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    Die Umsetzung inklusiver schulischer Bildung wirft Fragen zur Professionalisierung angehender Lehrpersonen auf – dabei wird vor allem die Bedeutung der jeweils eigenen schul- und bildungsbezogenen Orientierungen betont. Gleichzeitig ist es in den Diskussionen um Inklusion auffällig, dass die Schüler*innen selbst nur wenig zu Wort kommen. Die Studie greift diese Befunde auf, indem sie sowohl den Adressat*innenkreis der Schüler*innen als auch den der Studierenden in den Mittelpunkt rückt und danach fragt, inwiefern sich die Studierenden in ihrem Verständnis von Inklusion auf die Sichtweisen von Schüler*innen beziehen. Die dokumentarische Analyse der studentischen Orientierungen zeigt, dass die Studierenden die Stimmen der Schüler*innen kaum als eigenständige Positionen wahrnehmen, sondern sie vielmehr als Ausgangspunkt für die Gestaltung der eigenen angehenden Position in der Schule nutzen. Die Ergebnisse werden unter einer praxeologischen Perspektive auf Lehrer*innenprofessionalität beleuchtet und geben Auskunft darüber, welche differenzbezogenen Normen wirksam werden und von welchen sich die Studierenden abgrenzen. Sie machen ferner auf Fragen und Anforderungen inklusionsorientierter Lehre und Forschung aufmerksam

    Inklusionsorientierte Schulentwicklung

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    Der Band eröffnet einen interdisziplinären Zugang zur Thematik der inklusionsorientierten Schulentwicklung, indem die Dimensionen der Organisations-, Personal- und Unterrichtsentwicklung aus Perspektive verschiedener (Sub-)Disziplinen und Zugänge betrachtet und miteinander verknüpft werden. Neben einer historisch orientierten Inklusionsforschung, mit der Fragen möglicher Anknüpfungspunkte, Pfadabhängigkeiten oder Zäsuren bearbeitet werden, widmen sich die Beiträge des Bandes u.a. der Analyse des Status quo schulischer Inklusion, z.B. hinsichtlich relevanter Merkmale inklusionsorientierten Unterrichts oder möglicher Grenzen der Inklusionsforschung und -implementierung. Zudem werden Zukunftsperspektiven aus gegenwärtigen wissenschaftlichen Diskursen und Erkenntnissen abgeleitet

    Inklusion und Digitalisierung im Spannungsfeld von Personalisiertem und Kooperativem Lernen

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    Das Spannungsfeld zwischen Personalisiertem Lernen auf der einen und Kooperativem Lernen auf der anderen Seite kann anhand theoretischer und empirischer Forschungsarbeiten sowohl für inklusive als auch für digitale Lehr-Lern-Umgebungen als konstitutiv gelten. Dieser Beitrag basiert daher auf der These, dass für die Zusammenführung inklusionsorientierter und digitaler Lehr-Lern-Umgebungen Prozesse der Personalisierung bzw. Individualisierung immer auch mit interaktionistischen bzw. kooperativen Lehr-Lern-Prozessen zu verbinden bzw. auszugleichen sind. Auf Basis einer theoretischen Herleitung dieses Spannungsfelds wird dessen notwendige Balancierung als Ausgangspunkt genutzt, um anhand der webbasierten App Getch Anforderungen an inklusive Software-Lösungen für den Schulunterricht zu illustrieren. Die App, die der – individuellen und kooperativen – Dokumentation, Strukturierung und Präsentation von Lerninhalten auf Basis multidimensionaler Darstellungsformen dient, wird im Kontext aktueller Apps anhand einzelner Funktionsweisen für Lernende und Lehrende zum Einsatz im Fachunterricht vorgestellt und mithilfe einer User-Story aus dem Mathematikunterricht exemplarisch konkretisiert. Abschliessend werden anhand eines Fazits unterschiedliche Perspektiven für die unterrichtliche Nutzung von Getch sowie für die weiterführende (fach-)unterrichtliche Forschung diskutiert

    Troubled schools in troubled times: how COVID-19 affects educational inequalities and what measures can be taken

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    When discussing possible consequences of the COVID-19 pandemic, it seems certain that the effects of the pandemic will most likely magnify existing educational disparities in Europe and around the world. However, so far, little is known about how the conditions and consequences of distance learning intensify existing dynamics of educational inequalities. This paper aims at answering the question of how educational disadvantages in socially deprived settings are exacerbated through the pandemic. On this basis, it reflects on potential educational practices that can help countering these dynamics. For this study, interviews with teachers in socio-economically disadvantaged (n = 12) and in privileged settings (n = 4) were conducted, transcribed and investigated through qualitative data analysis. The data were categorized with reference to Pierre Bourdieu’s theory of capital to analyze and systematize the empirical results. Finally, a case study from the interview material offers options for action that can counteract a possible worsening of educational disadvantages and help (re-)think school and teaching based on the experiences gained during the lockdown

    Kilen - Cultural centre and 4H-farm

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    Beläget i Nickstadalen, alldeles intill campingen och den härliga badplatsen, ligger KILEN, en plats där djur, natur och kultur smälter samman till Nynäshamns nya hjärta. KILEN består av stall och hagar för 4H-gård och ett kulturhus med tillhörande bibliotek, teatersal, lokaler för skapande samt en fritidsgård. Här erbjuds ett rikt kulturliv för Nynäshamnsborna med intressanta föreställningar och utställningar. Det är också en plats för barn och unga att hänga på efter skolan samt på lov och helger för att få utforska sin kreativitet och samtidigt få möjligheten att komma nära naturen och djuren.KILEN är byggt i limträ och KL-trä och har en yttre fasad av väggspån i trä. Ledande i gestaltningen är inramningarna av de gröna djurhagarna, så att kulturen och naturen flätas samman till en helhet. Located in Nickstadalen in Nynäshamn City close to a beautiful beach the building KILEN offers a space where animals, nature and culture meet. KILEN consists both of stables and pasture areas for a 4H-organisation and a cultural centre including a theatre hall, library and rooms for creative activities like painting and dancing. A 4H-farm is a place where children and teenagers can take care of animals like goats, ponys and chickens. In this way KILEN is not only a cosy place for Nynäshamn citizens to enjoy culture, it also becomes a place for children and youngsters to hang out in their spare time, a place where they are given the opportunity to explore their creativity, get closer to nature and animals and be part of a bigger context. KILEN is built with glulam and crosslaminated wood and the facade is cladded with wooden tiles. The main concept in the designing process has been to make the building frame the green pasture areas, to make culture and nature twisted together to one unity.
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