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Und wo kommen die Arbeitsplätze her? Kritische Anmerkungen zu den Vorschlägen der Hartz-Kommission

By Wolfgang Ochel and Martin Werding

Abstract

Auch dieser Beitrag konzentriert sich auf die Vorschläge der Hartz-Kommission. Deren wichtigste Elemente werden, soweit sie vorab bekannt sind, auf ihre Tauglichkeit hin durchleuchtet, die dringend erforderliche Trendwende am Arbeitsmarkt herbei zu führen. Verglichen mit früheren Konzepten zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit enthält der Entwurf einige interessante Ansätze: eine effektivere Vermittlung mit einer Betreuung Erwerbsloser aus einer Hand, die Nutzung von Leiharbeit, eine Überprüfung der gegenwärtigen Praxis bei der Zuweisung zumutbarer Jobangebote und des gegenwärtigen Paketes einander ablösender Lohnersatzleistungen. Diese Ansätze müssen allerdings in ein stimmiges Gesamtkonzept integriert werden. Und das ist beim Hartz-Papier zumindest im Entwurfsstadium noch nicht gegeben. Eine entscheidende Lücke des Konzeptes ist, dass es sich kaum mit Möglichkeiten befasst, die Arbeitsnachfrage, d.h. die Zahl der zu besetzenden Jobs, zu beeinflussen. So wird an der Frage nach Niveau und Struktur der Löhne ebenso vorbei gegangen wie an der Frage nach der Rolle diverser Arbeitsmarktregulierungen, die dazu führen, dass der Einsatz des Faktors Arbeit in Deutschland nur noch unter Anforderungen hinsichtlich Produktivität und Flexibilität lohnend ist, die von zu vielen Arbeitskräften nicht erfüllt werden können. Auch die Frage nach der Rolle staatlicher Sozialleistungen als bindende Lohnuntergrenze wird ausgeklammert. Solange nicht auch diese Fragen offen diskutiert werden, ist man von einer erfolgversprechenden Reform des deutschen Arbeitsmarktes nach wie vor weit entfernt.Arbeitsvermittlung, Arbeitsverwaltung, Reform, Deutschland

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