10.3205/19dgpp42

Laryngektomie mit mikrovaskulärer Kehlkopfrekonstruktion - Die Laryngoplastik

Abstract

Hintergrund: Durch die rekonstruktive Chirurgie stehen weitreichende Methoden in der Kopf-Hals-Tumor-Chirurgie zur Verfügung. Verschiedene Ansätze zur funktionellen Larynxrekonstruktion sind in der Literatur beschrieben. Durch die mikrovaskuläre Kehlkopfrekonstruktion mit Hilfe eines Radialislappens kann ein tracheopharyngealer Shunt für die Produktion einer Ersatzstimme hergestellt werden. Diese Methode wurde 1989 durch Hagen als "Laryngoplastik" (LP) publiziert und wird seitdem regelmäßig an der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten in Würzburg eingesetzt.Material und Methoden: Die Laryngoplastik besteht aus einem zunächst am Unterarm geformten Rohr, an dessen oberen Ende mit Hilfe einer Hautduplikatur unter Einbringung eines Knorpeltransplantates eine Neoepiglottis als Aspirationsschutz geformt wird. Dieses Rohr wird auf den Trachealstumpf aufgenäht, bei erhaltenem Os hyoideum und dieses geschlungen und in den cranialen Anteil des Pharynxdefektes eingenäht. Anschließend wird die mikroskopisch kontrollierte arteriovenöse Anastomosierung durchgeführt. 10 Tage postoperativ kann nach regelrechtem Ösophagusbreischluck die LP angeblasen und die Ersatzstimme logopädisch beübt werden.Ergebnisse: Mit Hilfe der mikrovaskulären Kehlkopfrekonstruktion kann durch die Verwendung von autologem Gewebe ein tracheopharyngealer Shut hergestellt werden. Die Aufhängung der Laryngoplastik über das Zungenbein bewirkt mit Hilfe der Neoepiglottis einen Aspirationsschutz, so dass der Patient ohne die Verwendung weiterer Hilfsmittel bei in der Regel gutem Schluckvermögen stimmlich rehabilitiert werden kann.Diskussion: Eine Laryngektomie hat für den Patienten weitreichende Folgen. Eine Rekonstruktion, welche alle Funktionen des Larynx wiederherstellt, steht nicht zur Verfügung. Die tracheoösophageale Punktion mit Einlage eines Shuntventils ist die Methode der Wahl zur Stimmrehabilitation. Patienten mit einem Stimmshuntventil sind abhängig von einem weiteren Hilfsmittel als auch von einem HNO-Arzt, der die Nachsorge des Stimmshunts übernimmt und shuntbezogene Komplikationen erkennt sowie therapiert. Durch die Laryngoplastik wird eine zuverlässige Stimmrehabilitation mit autologem Gewebe erreicht.Fazit: Die Larnygoplastik nach Hagen ist bei korrekter Indikationsstellung eine suffiziente Methode zur Kehlkopfrekonstruktion für eine nachhaltige Stimmrehabilitation

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Last time updated on October 20, 2019

This paper was published in German Medical Science.

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