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Implizite und explizite Koordinationsmechanismen im Nachwuchsfussball - Temporale Anpassungen durch Training und Zusammenhänge zur Teamleistung

By Marc Andreas Blaser

Abstract

Einleitung. Flüssiges und effizientes Teamhandeln oder Spielaktionen ohne Koordinationsfehler (z.B. Fehlpässe) sind bei Sportteams unterschiedlich ausgeprägt. Insbesondere in interaktiven Teamsportarten (z.B. Fussball), welche sich durch eine hohe Dynamik des Spielgeschehens und damit verbunden kurzen Planungs- und Entscheidungsphasen charakterisieren lassen (Magnaguagno, Grossrieder, Moesch & Joss, 2016), kann es von Vorteil sein, über ein gemeinsames Verständnis der Spielsituation zu verfügen. Der darauf basierenden impliziten Koordination der einzelnen Teamhandlungen wird gegenüber einer durch verbale Kommunikation erbrachten expliziten Koordination insofern einen Mehrwert zugeschrieben, dass sie ohne zusätzliche kognitive Kosten vonstattengehen kann und ein schnelles und anstrengungsloses Zusammenspiel, einen Spielfluss erlaubt (Hänsel & Baumgärtner, 2014). Methode. U18 und U21 Nachwuchssfussballer (N = 32) eines Schweizer Superleague Teams absolvierten in Duos zu zwei Messzeitpunkten drei Testläufe in einer halbstandardisierten Pass-/Laufkombinationsaufgabe auf Zeit. Nach einer Einübungsphase und vor den jeweiligen Messzeitpunkten wurden per Fragebogen mentale Modelle über die eigenen und die Handlungen des Mitspielers, sowohl als Passgeber als auch als Passempfänger, erhoben. Während der Teamaufgabe wurden die verbalen Äusserungen der Spieler per Rundmikrophon aufgezeichnet. Ergebnisse. Erste Ergebnisse zeigen, dass sich das gemeinsame Verständnis signifikant verbessert, während die Leistungen im Mittel nicht besser, jedoch konstanter werden. Gleichzeitig nimmt die verbale Kommunikation ab. Zusammenhänge zwischen den mentalen Modellen und verschiedenen Teamleistungsvariablen fallen über beide Messzeitpunkte inkonsistent aus. Diskussion. Die Daten liefern Hinweise auf potenzielle Zusammenhänge zwischen impliziten und expliziten Koordinationsmechanismen sowie Teamleistungs-Outcomevariablen im Teamsportsetting. Ein potenzieller Wechsel von expliziter zu impliziter Koordination der Einzelhandlungen ist durch die Abnahme der verbalen Kommunikation und die höhere Übereinstimmung des Spielverständnisses angezeigt

Topics: 790 Sports, games & entertainment, 150 Psychology
Year: 2017
OAI identifier: oai:boris.unibe.ch:108015

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