10.5167/uzh-164087

Konstruktion eines Situational Judgment Tests für die Führungsdiagnostik auf der Grundlage des Act Frequency Approachs und des Wertequadrats

Abstract

Für die standardisierte Beurteilung der mittels Literaturstudium und der Critical Incident Technique für unteres Milizkader der Schweizer Armee bestimmten Führungskompetenzen Durchsetzungsfähigkeit, Kontaktfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein wird ein Persönlichkeits-Fragebogen entwickelt, welcher auf den computergestützten Testanlagen in den sechs Rekrutierungszentren als Screening-Instrument zum Einsatz gelangt. Das Ausgangsmaterial für die Formulierung der Situationen (Item-Stämme) und der Verhaltensalternativen der Items des in Form eines Situational Judgment Tests umgesetzten Persönlichkeits-Fragebogens bildet ein Pool von anhand des Act Frequency Approachs gesammelten prototypischen Verhaltensweisen für jede der drei Kompetenzen. Als Konstruktionsrational für die Formulierung der jeweils vier Verhaltensalternativen pro Situation wird das Wertequadrat (Helwig, 1948) eingesetzt. Die erste Version des Fragebogens umfasst pro Kompetenzdimension je 13 Items im Forced-Choice-Format und weist Skalenreliabilitäten zwischen Alpha = .56 und .71 auf. Um die Reliabilitäten zu steigern, wird in der zweiten Version ein vierstufiges, likert-skaliertes Antwortformat eingesetzt, wobei jede der vier Verhaltensalternativen pro Item einzustufen ist. Dies führt bei einer Testkürzung auf zehn Items pro Skala zu Reliabilitäten zwischen Alpha = .81 und .93. Explorative Faktorenanalysen und der Vergleich mit zwei Persönlichkeitsfragebogen belegen die Konstruktvalidität des Fragebogens. Zudem zeigt sich, dass der Bekanntheitsgrad der Item-Stämme mit der Trennschärfe der Items zusammenhängt, was die Wichtigkeit der zielgruppenspezifischen Konstruktion von Situational Judgment Tests belegt. Ein wichtiges Teilziel dieser Entwicklung stellt die Akzeptanz des Testverfahrens bei den Stellungspflichtigen dar. In mehreren Studien wird aufgezeigt, dass das Hinzufügen einer die geschilderte Situation illustrierenden Fotografie wesentlich zur Erhöhung der Akzeptanz des Verfahrens beiträgt und diese insgesamt deutlich höher ausfällt, als bei einem herkömmlichen Persönlichkeits-Fragebogen

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This paper was published in ZORA.

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