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Der italienische Wahlkampf 2006 in medialen Diskursen

By Julia Mayr

Abstract

Die vorliegende Diplomarbeit mit dem Titel „Der italienische Wahlkampf 2006 in medialen Diskursen“ widmet sich dem Thema des Wahlkampfes vor den Parlamentswahlen in Italien am 9. und 10. April 2006, wobei die TV-Konfrontation zwischen den beiden Spitzenkandidaten Silvio Berlusconi und Romano Prodi und die von der Autorin davon erstellte Transkription als Ausgangsbasis für die Anwendung der Diskursanalyse nach der Methode von Metzeltin / Fellerer dient, die jedoch von der Autorin mit einigen Abänderungen und Adaptionen im Sinne des Erkenntnisinteresses, das sich überwiegend auf pragmatischer Ebene befindet und die Argumentationsstrategien der Politiker aufzuzeigen versucht, versehen wurde. \ud Nach methodologischen und definitiorischen Informationen zur Arbeit beginnt die Diskursanalyse mit einer umfassenden Kontextualisierung des Landes Italien und der vorherrschenden Situation im Bereich der Politik und Medienlandschaft sowie biographischen Informationen über die beiden Protagonisten Berlusconi und Prodi. \ud Als amtierender Presidente del Consiglio verfolgt Silvio Berlusconi hegemoniale Bestrebungen, wohingegen Romano Prodi als Oppositionsführer und Herausforderer für das Amt des Presidente del Consiglio einen Veränderungsdiskurs wählt, um die Zustimmung einer möglichst großen Anzahl an Wählerinnen und Wählern zu erlangen. Dementsprechend präsentiert Berlusconi die damalige Ausgangssituation in Italien überaus positiv, da diese als Produkt seiner Arbeit und der seiner Regierung betrachtet werden kann, und versucht darauf aufbauend zu erreichen, dass die Wählerinnen und Wähler sohin ihre Zustimmung zu einer Weiterführung dieser Politik geben. Um die Notwendigkeit des elektoralen Konsenses zu verdeutlichen, präsentiert er die eigene Arbeit als noch nicht abgeschlossen und die Projekte als in Arbeit befindlich, wodurch er Bezug zum letzten Wahlsieg und zur Zustimmung der Wählerschaft zu den damals angekündigten Projekten herstellt. Prodi bewertet die Ausgangssituation hingegen durchwegs negativ und fordert eine umgehende politische Veränderung, um eine Fortführung der Politik, die solch negative Resultate herbeiführte, zu verhindern. Dabei bietet er sich selbst und sein Regierungsteam, das er als ernsthaft und vereint arbeitende beschreibt, als Alternative an. Ein wichtiger Punkt in Berlusconis Strategie besteht jedoch darin, die Autorität und den Wahrheitsgehalt der Aussagen seines Gegners und dessen Mitstreitern in Zweifel zu stellen, weshalb er diesen von Prodi gemachten Darstellungen hart widerspricht und Prodi als Führer ohne Macht und Marionette von Parteiführern mit politisch extremen Ansichten darstellt. Im Bereich der Kritik des Gegners agiert Prodi viel subtiler, scheut die explizite Personenkritik und versucht beim Thema zu bleiben und nicht emotional auf Anschuldigungen zu reagieren, was als Versuch gedeutet werden kann, die Fähigkeiten zur Führung einer Koalition, in der mitunter sehr unterschiedliche politische Positionen vereint sind, und zur Vermittlung zwischen diesen Positionen zu demonstrieren. \ud Nach Informationen zur non-verbalen Kommunikation der beiden Akteure wird abschließend noch die Rezeption der TV-Konfrontation betrachtet, wobei anzuführen ist, dass die Bericht-erstattung in den darauffolgenden Tagen und somit den Tagen vor den Wahlen von Berlusconis strategisch im Schlussappell platzierten und somit in der Sendung unkommentiert gebliebenen Ankündigung der Abschaffung der Kommunalsteuer ICI dominiert wird

Topics: 17.69 Sprachwissenschaft: Sonstiges, 05.39 Massenkommunikation, Massenmedien: Sonstiges, 89.56 Politische Kommunikation, Romanistik / Italien / Berlusconi / Prodi / Wahlkampf 2006 / Diskursanalyse
Year: 2012
OAI identifier: oai:othes.univie.ac.at:22192
Provided by: OTHES
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