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Population dynamics of the White Stork Ciconia ciconia in Oberschwaben (South Germany) : a critical balance of release activities

By Ute Reinhard

Abstract

In der vorliegenden Arbeit wurden die verfügbaren Daten aller 887 Bruten der Weißstorch-Population Oberschwabens von 1948 bis 2004 ausgewertet. Wie in einigen anderen mitteleuropäischen Brutgebieten ging der Bestand des Weißstorchs auch in Oberschwaben (Südwürttemberg) seit Beginn der systematischen jährlichen Bestandserfassungen Ende der 1940er Jahre signifikant zurück. Der Rückgang betraf sowohl den Brutbestand als auch die Nichtbrüter. Der Anstieg des Brutbestands seit Mitte der 1980er Jahre ist ausschließlich auf Bestandsstützungen durch Auswilderung handaufgezogener Störche – sowohl im Brutgebiet Oberschwaben als auch in benachbarten Regionen – zurück zu führen. Erst in den letzten Jahren nimmt der Wildstorch- Brutbestand zu. Seit Mitte der 1960er Jahre fiel auch der Bruterfolg dramatisch ab, ein besonders drastischer Abfall ist seit Anfang der 1980er Jahre zu beobachten. Die Ursachen des Bruterfolg-Rückgangs sind überwiegend im Brutgebiet zu suchen. Er kann jedoch weder mit Veränderungen von Witterungsparametern, noch mit Veränderungen in der Gelegegröße bzw. des Schlupferfolges begründet werden. Auch Bruterfahrung, Altersstruktur und Brutbeginn spielen keine maßgebliche Rolle. Während für die Abnahme des Bruterfolgs Mitte der 1960er Jahre Nahrungsengpässe entscheidend waren, geht der erneute Abfall Anfang der 1980er Jahre maßgeblich auf die Ansiedlung der Projektstörche zurück. Es wird nachgewiesen, dass die während der Brutzeit nicht zugefütterten überwinternden Projektstörche (einschließlich der von ihnen abstammenden Überwinterer) einen signifikant schlechteren Bruterfolg als die ziehenden Wildstörche haben: Wildpaare hatten in Oberschwaben im Zeitraum 1981-2004 einen durchschnittlichen Bruterfolg von 1,86 ausfliegenden Jungen pro Brutpaar, während Projektpaare nur durchschnittlich 1,29 Junge zum Ausfliegen brachten; bei den Mischpaaren entscheidet der Status des Männchens. Entgegen oft geäußerter Annahmen ist die frühe Brut der überwinternden Störche für die Jungenaufzucht nicht von Nachteil. Allerdings gibt es Hinweise auf eine mangelnde Fähigkeit der Projektstörche, Nahrung zu beschaffen. Hinsichtlich der Auswirkungen auf die Gesamtpopulation bestätigen sich in Oberschwaben viele Bedenken der Kritiker von Auswilderungsprojekten, ausführlich diskutiert werden Ursachen des mangelnden Zugtriebs bei einem Teil der Nachkommen.This paper analyses all available data from 887 broods of the White Stork population of Oberschwaben (South-Württemberg) from 1948 to 2004. Like in other Central European regions the population of the White Stork in Oberschwaben decreased significantly since the beginning of systematic censuses at the end of the 1940s. This decline concerned both the breeding and the non-breeding population. Beginning in the middle of the 1980ies an increase of the breeding population was observed resulting from releasing White Storks reared in captivity in the Oberschwaben breeding area and in surrounding regions. The breeding population of “wild” (i.e. migrating) White Storks increased only recently. Beginning in the middle of the 1960ies the breeding success of the Oberschwaben population showed a continuous decrease which was particularly drastic from the beginning of the 1980ies on. The continously declining breeding success cannot be explained by changes in climate, changes in clutch size or in hatching success. As well, breeding experience, ages of breeding partners and date of egg-laying are of no significance. Until the middle of the 1960ies the diminishing of feeding habitats was mainly responsible for the decline of breeding success, the further decline since the early 1980ies was mainly due to the settlement of non-migrating White Storks (released individuals and their non-migrating descendants, “Projektstörche”). Non-migrating White Storks which are not fed during breeding period are less successful than migrating ones: The average breeding success of the migrating pairs in the period 1981-2004 was 1,86 fledged young per pair, whereas the average success of the non-migrating pairs was 1,29; in mixed pairs the migration status of the male is deciding for this feature. Early breeding is, as often assumed, not a disadvantage. There is some evidence, that one of the reasons of reduced breeding success of non-migrating White Storks is a reduced ability to collect food. Further problems caused by releasing projects are shown and especially discussed with regard to descendants of non-migrants

Topics: ddc:590, ddc:598
Year: 2007
OAI identifier: oai:publikationen.ub.uni-frankfurt.de:29909

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