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Wechselflexion Luxemburgisch - Deutsch kontrastiv: "ech soen - du sees/si seet" vs. "ich sage, du sagst, sie sagt" : zum sekundären Ausbau eines präsentischen Wurzelvokalwechsels im Luxemburgischen

By Damaris Nübling

Abstract

Die deutsche Wechselflexion besteht hauptsächlich im e -> i- und im a -> e-Wechsel in der 2. und 3. Person Singular im Präsens starker Verben (z.B. ich gebe vs. du gibst/sie gibt oder ich fahre vs. du fährst/sie fährt). Dieser binnenflektierende, modulatorische Person/Numerus-Ausdruck galt bisher als konservativer Zug des Deutschen und wurde von der Linguistik kaum beachtet, möglicherweise weil sein Erhalt theoretisch schwer zu begründen ist. Manche Linguisten haben sogar schon seinen Abbau prognostiziert. In diesem Beitrag wird dieses marginalisierte Phänomen synchron wie diachron dargestellt und mit dem Luxemburgischen verglichen. Beide Sprachen verfügen über einen stabilen Bestand an über fünfzig häufig verwendeten Wechselflexionsverben. Im Gegensatz zum Deutschen hat sich die luxemburgische Wechselflexion von den starken Verben gelöst und wurde sekundär auch auf schwache und athematische Verben übertragen. Dabei kommt es zu über zwanzig verschiedenen Vokalalternanzen. Dieser massive Aus- und Umbau der luxemburgischen Wechselflexion wird dokumentiert und, zusammen mit der deutschen Wechselflexion, einer theoretischen Fundierung unterzogen.The German Wechsetjlex.ion ('changing inflection') consists mainly of the alternation of e -> i and a -> e in the second and third person in the present tense of strong verbs (e.g. ch gebe vs. du gibst/sie gibt oder ich fahre vs. du fährst/sie fährt). The internal, modulatory expression of person/number has long been considered a conservative aspect of German and given little linguistic attention. Many linguists even predicted its disappearance. This paper deals with this marginalised phenomenon from both a synchronic and diachronic perspective and compares it with Luxembourgish. Both languages have a stable inventory of more than 50 frequent verbs using Wechselflexion. Unlike German, in Luxembourgish the Wechselflexion has broken free from the strong verbs and has been secondarily applied to weak and athematic verbs . This results in more than 20 different vowel alternations. The massive expansion and remodelling of Wechselflexion in Luxembourgish is documented together with the phenomenon in German and is then given a theoretical explanation

Topics: Morphologie, Sprachwandel, Phonologie, Luxemburgisch, ddc:400
Year: 2010
OAI identifier: oai:publikationen.ub.uni-frankfurt.de:15187

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