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"Nur um der Hoffnungslosen willen ist uns die Hoffnung gegeben". Zur Aktualität der Philosophie Herbert Marcuses

By Frieder Otto Wolf

Abstract

Zur Aktualität der Philosophie Herbert Marcuses 1 Herbert Marcuse war Philosoph - also weder politischer Praktiker noch professioneller Wissenschaftler. Das bildete für ihn eine immer wieder einschränkende Grenze. Zugleich ist es aber auch die zentrale Voraussetzung, die es uns heute möglich macht, in dieser Weise über die Aktualität seines Denkens zu diskutieren. Denn wie sonst nur die Kunst, zeichnet sich die Philosophie offenbar durch einige Züge ihrer Tätigkeit aus, die sie zeitenthoben macht, ohne sie dadurch gleich zu ‚verewigen" (vgl. Heinrichs/Wolf 2003). Philosophische Texte, die als solche "funktionieren", sind immer allein dadurch bereits radikal zeitgenössisch. Das gilt vermutlich auch für literarische Texte - doch nur solche, die zugleich eine philosophische Dimension aufweisen - wie etwa Shakespeares Tempest, Goethes Faust, Lessings Nathan der Weise oder Beckets Endspiel - sind offenbar dazu geeignet, in vergleichbarer Weise immer neue Diskussionen auszulösen. Stefan Breuers Lektüreergebnisse aus den 1970er Jahren gehören jetzt selbst dieser jüngeren historischen Vergangenheit an: Dennoch können wir sein Plädoyer "für eine neue Lektüre Marcuses" (1977, 7ff.) heute widersprechend aufnehmen wie einen Fehdehandschuh: Anstatt letztlich darin einzumünden, in "seine(r) intellektuelle(n) Biographie mehr als ein Einzelschicksal" (ebd., 18) zu sehen und ihn eben dadurch als Figur in die Vergangenheit einzuordnen, können wir heute in Marcuses philosophischen Interventionen etwas ‚wiedererkennen", in dem sie sich für uns aktualisieren lassen. Wir können ihn dadurch auch in seinen politischen Einsätzen auf die Fragen und Kämpfe unserer Gegenwart beziehen, wie dies in den Fragen von Peter Marcuse angesprochen und in dem Beitrag von Angela Davis vorgeführt worden ist

Topics: g) 20.Jahrhundert
Year: 2000
OAI identifier: oai:sammelpunkt.philo.at:741
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