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Fernsehen aus dem Rucksack

By Kim Kadlec

Abstract

Die vorliegende Arbeit widmet sich der Untersuchung sozialen und medialen Wandels im Rahmen sich verändernder Arbeitsweisen in der Fernsehproduktion. Durch die Verbindung von theoretischen Überlegungen mit empirischen Ergebnissen aus qualitativen Interviews wird ein umfassendes Bild von Umbrüchen in den Arbeitswelten der Fernsehproduktion gezeichnet, speziell in Hinblick auf die Verhältnisse in Österreich. Dabei stehen folgende Fragen im Vordergrund: Wie wandelt sich Arbeit in und mit dem Mediensystem, insbesondere als Folge von Digitalisierung? In welchem gesellschaftlichen Kontext ist der Wandel zu verstehen? Wie wirken sich die Veränderungsprozesse auf das arbeitende Individuum aus, sowie auf Journalismus und Fernsehproduktion und die Medien insgesamt als wichtiges soziales Teilsystem der Gesellschaft?\ud Im Fokus der Betrachtung steht der/die Videojournalist_in, der/die als neue „Super-Arbeitskraft“ der Fernsehproduktion eine Vielzahl von Aufgaben übernimmt, welche in einem klassischen Fernsehteam auf vier Personen – Redakteur_in, Kameraperson, Tonassistent_in, Cutter_in – aufgeteilt sind. Digitalisierung erweist sich dabei als technische Voraussetzung für die Rationalisierung der Arbeitsschritte. Im Kontext einer Ökonomisierung der Fernsehproduktion wird der/die Videojournalist_in gleichzeitig zum Motor und Resultat einer verschärften Konkurrenzsituation am Arbeitsmarkt Fernsehen. Flexibilisierungs- und Beschleunigungsdruck, angeheizt durch die Aufhebung des öffentlich-rechtlichen Fernsehmonopols und der Institutionalisierung privater Fernsehsender, führen zu erhöhter Arbeitsgeschwindigkeit, „Multi-Tasking“ und flexiblen Beschäftigungsverhältnissen. Komplementär dazu kommt es zu Transformationen innerhalb der Organisationsstruktur von Fernsehsendern und es etablieren sich berufliche Alternativmodelle, die in Richtung freischaffende/r Fernsehproduzent_in weisen. Frauen dringen im Zuge der Erosion alter Berufsbilder in ein ehemals männerdominiertes Berufsfeld vor und finden dadurch Zugang zur Kameraarbeit. Klassische berufliche Identitäten werden brüchig, neue hybride journalistisch-technische Identitäten bilden sich heraus. Schließlich haben die verdichteten Arbeitsanforderungen, die mit dem beruflichen Strukturwandel einhergehen, weitreichende Folgen sowohl für Produkt als auch Produzent_innen journalistischer Arbeit. Videojournalist_innen sind gezwungen, individuelle Strategien gegen zunehmende Erschöpfungstendenzen zu entwickeln, und sehen sich gleichzeitig mit Konflikten zwischen ökonomischen und journalistischen Interessen konfrontiert, nicht zuletzt in Bezug auf die Frage nach journalistischer Qualität.\u

Topics: 71.41 Sozialer Wandel, 71.43 Technologische Faktoren, 71.31 Geschlechter und ihr Verhalten, 05.36 Fernsehen, 05.37 Film, Video, 05.38 Neue elektronische Medien, Digitalisierung / Fernsehen / Fernsehproduktion / Arbeit / Mediensystem / sozialer Wandel / medialer Wandel / Journalismus / Arbeitswelten / journalistischer Wandel
Year: 2012
OAI identifier: oai:othes.univie.ac.at:20035
Provided by: OTHES
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