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Neue Klassifikation periprothetischer Frakturen. Behandlungsergebnisse periprothetischer Frakturen bei liegender Hüftendoprothese - eine retrospektive Studie

By Evangelos Georgomanos

Abstract

Ziel dieser Arbeit war es, sowohl ein neu erstelltes Klassifikationssystem für die Einteilung periprothetischer Frakturen vorzustellen, als auch seine Anwendbarkeit anhand von klinischen Fällen zu testen. Der neuen Klassifikation wird das Einteilungsprinzip der AO mit den Frakturtypen A1-C3 zugrunde gelegt. Die Komplexität der Frakturen und damit der Schwierigkeitsgrad der operativen Versorgung nehmen von A1 nach C3 zu. Unter dem Typ A sind alle einfachen Frakturformen wie Quer-, Schräg- und Spiralbrüche subsummiert. Typ B Frakturen beinhalten alle Mehrfragment- bzw. Trümmerfrakturen bei festsitzender Prothese. Als Typ C werden alle periprothetischen Frakturen bei gelockerter Prothesenkomponente klassifiziert. Die Lokalisation der Fraktur ergibt wieder die Unterteilung in A1 - A3, B1 - B3 und C1 - C3. Bei fester Prothese, also Typ A und B Farkturen steht die 1 für Brüche die mehr als 5 cm vom Prothesenende sind, die 2 für jene im Bereich der Prothesenspitze und die 3 für Frakturen innnerhalb der Prothese. Bei gelockerter Prothese, also Typ C Frakturen steht die 1 für einfache und die 2 für komplexe Frakturen prothesennah. Mit der Nummer 3 werden alle prothesenfernen Frakturen klassifiziert. Frakturlokalisation, Morphologie, Lockerung und Osteoporose sind die vier maßgebenden Kriterien zur Therapieentscheidung. Die Anwendbarkeit dieser Klassifikation wurde bei 40 Patienten der Kreisklinik Gunzenhausen mit periprothetischen Frakturen bei liegender Hüftendoprothese im Zeitraum vom 01.01.2002 bis 31.12.2009 untersucht. Beim untersuchten Patientenkollektiv zeigten sich am häufigsten die Typ A Frkaturen (45%), anschließend die Typ C Frakturen (32,5%) und zuletzt die Typ B Frakturen (22,5%). Von diesen 40 Patienten wurden 36 operativ behandelt: 22 mal (53%) mit winkelstabilen Plattenosteosynthesen, teilweise mit Cerclagen, 11 Patienten (27%) mit einem Komponentenwechsel, zwei (5%) mit einem Prothesenwechsel mit Cerclagen und Spongiosa und ein Patient (2,5%) mit teilgekoppelter Knie-TEP mit AO Marknagelverlängerung und lateraler Plattenosteosynthese. Drei der Patienten (7,5%) mußten wegen operationsbedingten Komplikationen revidiert werden. Zwei davon nach primär durchgeführten Osteosynteseverfahren und einer nach einem Komponentenwechsel. Die postoperative Infektionsrate betrug 15%. Die Nachuntersuchungsergebnisse beruhen auf einem Kollektiv von 28 Patienten (n=28), 70 % des Gesamtkollektivs. Dabei fand die Datenerhebung im durchschnitt 2,7 Jahre nach dem Frakturereignis statt. Hierbei zeigte sich ein hoher Anteil zufriedener Patienten, der bei 95% lag. Der für die Nachuntersuchung angewandte Score nach Merle d´Aubigné beinhaltet drei Kriterien: Schmerz, Beweglichkeit und Gehfähigkeit. Es ergeben sich folgende Durchschnittswerte der Punktverteilungen bei einer Skala von 0 bis 6 für die einzelnen Kriterien, wobei 0 Punkte für die schlechteste und 6 Punkte für die beste Bewertung vergeben wurden: Beim Gehen erreicht unser Kollektiv von möglichen 6 Punkten gerade einmal 1,7, Schmerz liegt bei 3,6 und die Beweglichkeit bei 3,8 Punkten. Die Hälfte der Nachuntersuchten (46,5%) benötigten Gehhilfen, 39% waren nur mit Rollstuhl mobil und nur 32% in der Lage sich die Schuhe selbst zu binden. Somit ergibt sich ein Score von 9,1. Im Hinblick auf die Wertung liegt dies knapp im Bereich „mäßig“. Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass die Zahl der periprothetischen Frakturen steigen wird und daher die Erstellung eines Behandlungsalgorithmus nötig ist. Das vorliegende Behandlungskonzept war gut reproduzier- und anwendbar sowie praktikabel. Es dient als ein hilfreiches Tool, welches jedoch noch weiterer klinischer Studien bedarf

Topics: 610 Medizin, ddc:610
Year: 2012
OAI identifier: oai:epub.uni-regensburg.de:25870

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